Inhalt: Nach den Kreuzzügen kehrt Englands König Richard Löwenherz mit seiner verwahrlosten Armee plündernd in die Heimat zurück. Nach seinem Tod während eines Gefechts desertieren der Bogenschütze Robin Longstride sowie sein Freund Little John und zwei weitere Schützen aus der Armee und schlagen sich nach England durch.
Dort wird Prinz John rechtmäßig zum König gekrönt. Doch er besitzt nicht das Charisma des Volkshelden Löwenherz und somit sehen die Franzosen eine Möglichkeit, England zu unterwerfen. Der Verräter Sir Godfrey initiiert nun einen Bürgerkrieg, um das Königreich zu schwächen. Longstride kehrt unter der Identität des Sir Robert Loxley nach Nottingham ein. Zusammen mit Marion Loxley und ihrem Stiefvater Sir Walter Loxley versuchen sie, die Invasion Frankreichs zu verhindern ...
(quelle: imdb.de)
Wer kennt ihn nicht, Robin Hood, den edlen Dieb und seine treuen Mannen. Welche die Reichen berauben, um den Armen zu geben. Über diese Figur gibt es bereits ein paar Fernsehserien und Filme, darunter Klassiker wie die knallbunte Verfilmung aus den 1930er Jahren mit Errol Flynn in der Hauptrolle. Oder der König der Diebe als Kevin-Costner-Star-Vehikel aus den 90ern (Verkaufszahlenrekorde aufstellender Titelsong von Bryan Adams inklusive).
Die meisten dieser Werke unterscheiden sich naturgemäß voneinander, haben aber alle etwas gemeinsam: sie betrachten die Geschichte um Robin Hood aus der Perspektive eines gutgelaunten, romantischen Action-Adventures.
Die Herkunft der Legende von Robin Hood ist bekanntlich im späten Mittelalter zu finden. Einer Zeit, die, was die allgemeinen Lebensumstände angeht, kaum so romantisch, bunt und gutgelaunt gewesen sein mag, wie es frühere Verfilmungen gerne vermitteln.
So ein Gedanke wird auch Ridley Scott beschäftigt haben, als er sich auf das Vorhaben einließ, Robin Hood quasi "von unten" neu aufzubereiten. Der Story einen realistischeren Ansatz zu verpassen und sich von einer knallbunten Umsetzung und Präsentation dieser Idee zu verabschieden.
Scott ist ja berühmt für seine detaillierte, halbwegs authentische Darstellung unterschiedlicher Epochen der Welthistorie: sei es das alte Rom in "Gladiator", die Zeit der Kreuzzüge im Epos "Königreich der Himmel" oder die wilden 70er in "American Gangster".
Was den vorliegenden Film angeht wählten er und sein Team zunächst unterschiedliche Formen:
Arbeitstitel war ursprünglich "Nottingham". Russel Crowe stand bereits sehr früh als Hauptdarsteller fest. Geplant war u.a. Crowe in einer Doppelrolle als Robin Hood und als Sheriff von Nottingham auftreten zu lassen. Eine andere Idee war, Robin als Bösewicht und den Sheriff als guten, noblen Kerl darzustellen.
Als Lady Marion war die britische Schauspielerin Sienna Miller im Gespräch. Sowohl die Stories als auch Sienna Miller wurden schon bald fallen gelassen, die Produktion wurde verschoben, bis das produzierende Studio und Scott-Free eine Einigung erzielten.
Ridley Scotts "Robin Hood" ist nunmehr eine Herkunftsgeschichte. Wie wurde der Held zum Helden? Was bewegte ihn dazu, das zu tun, was er nun tut; was ihn, rückblickend betrachtet, zu dem machte, was er in den Augen vieler ist?
Russel blieb der Star, als holde Maid wurde kurzerhand die immer verlässliche Cate Blanchett gecastet.
So fand Scott die für ihn richtige Perspektive für seine düstere Mittelalterstory. Bevor sich Robin die Kapuze aufsetzte hörte er in dieser Version auf den Namen Robin Longstride. War Bogenschütze in der königlichen Armee und wurde erst nach seiner Flucht aus selbiger zum Outlaw, zum Kämpfer für Gerechtigkeit, Jäger und Gejagder zugleich.
Inszenatorisch setzt Ridley auf Realismus. Die Welt des Mittelalters wird hier als dreckig, stinkend und grausam dargestellt. Robin und seine Kumpels sind im Kampf nicht besser oder edler als ihre Gegner. Sie saufen gern und ficken auch mal die eine oder andere willige Magd oder dralle Dörflerin; je nach Geschmack. Lady Marion ist keine schmachtende, hilflose Jungfrau, sondern ein Weib, das mit beiden Beinen fest im Leben steht. Eine Frau, die für sich, ihren Schwiegervater, ihre Bediensteten und Dorfangehörigen sorgen und auch mal einer Missernte ins Auge blicken muss. Der amtierende König ist intrigant, ebenso die Königinmutter, Macht zählt hier und nichts anderes. Und Macht und Herrschaft stellt der junge König über jeden seiner untergebenen Engländer.
So dauert es auch ein Weilchen bis dieses Filmuniversum ordentlich eingeführt ist, und der geneigte Zuschauer durchblickt, wer auf welcher Seite steht und wo oben und unten ist. Das ist nichts für Actionfans oder Kinobesucher, die einen schnellen Kick suchen und sich von Gewalt und dummen Sprüchen berauschen lassen wollen. Die erste Stunde ist reine Exposition, angereichert durch die eine oder andere Actionsequenz. Die Charaktere zählen sowie die Umstände in denen sie leben.
Vermischt mit etwas Politik und Intrigen stellt der Film, meiner Meinung nach, eher eine Alltagsstudie des englischen Mittelalters dar, als einen Actionfilm, wie im (wie immer irreführenden) Trailer versprochen.
Erst in den letzten 20 Minuten erscheint Robin Hood. Als König der Diebe, als Held, als Rächer der Armen. Typisch, erwartungsgemäß der Filmlegende zufolge und doch anders. Reifer, gezeichnet von Umständen und Taten.
Mir hat dieser Film sehr gut gefallen. Er war anders, als ich es erwartet hatte. Was nach Sommer-Blockbuster roch, entpuppte sich schon beinahe als Coming-of-Age-Drama.
Es gelang mir, in diese Welt einzutauchen. Ich bekam die Möglichkeit, die Charaktere kennenzulernen und zu erfassen. Das ist bei Big-Budget-Produktionen Made in Hollywood heutzutage sehr wohl etwas seltenes.
Das Filmuniversum wurde glaubhaft inszeniert. Die Geschichte war interessant und spannend und macht Lust auf mehr. Sämtliche Darsteller konnten mich überzeugen. Die Produktionswerte waren, typisch Ridley Scott, sehr hochwertig.
Dennoch, einen Wermutstropfen gibt es auch hier. Stellenweise wirkte die Erzählung gehetzt, Szenen schienen zu fehlen. Aufgrund der Filmlänge wurde sicherlich hier und da etwas geschnitten, da das vertreibende Studio (ich gucke dich an Universal) die Kinogänger mal wieder für dümmer gehalten hat, als sie in Wahrheit sind. Bäh.
Aber es gibt ja demnächst den obligatorischen Directors-Cut bzw. die ominöse Extended-Edition.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Und empfehle diesen Film unbedingt. :-)
9/10 Punkten.
Montag, 19. Juli 2010
Preview: DIE SÄULEN DER ERDE
Oh eine Literaturverfilmung! Diesen Freitag startet bei unseren Freunden jenseits des Atlantiks die 40 Millionen Dollar schwere Verfilmung eines meiner absoluten Lieblingsbücher: "Die Säulen der Erde". Dieser Wälzer, verfasst von Ken Follett, dürfte Literaturinteressierten Menschen hinlänglich bekannt sein und gilt, 21 Jahre nach seinem Erscheinen, als absoluter Klassiker seines Genres.
Hier ein kleiner Trailer:
Das sieht ja mal spannend aus. Etwas Over the Top, sicherlich, aber das haben Trailer ja so an sich.
Ob es den Machern gelingt dieses Buch innerhalb einer 8-stündigen Miniserie adäquat umzusetzen? Talent steht zumindest hinter dieser Umsetzung: Ridley Scott, Donald Sutherland, Matthew McFayden und unzählige andere, ob hinter der Kamera oder davor.
Ich bin gespannt. In Deutschland gibt es die Show im Herbst auf Sat.1 oder ProSieben zu sehen.
Hier ein kleiner Trailer:
Das sieht ja mal spannend aus. Etwas Over the Top, sicherlich, aber das haben Trailer ja so an sich.
Ob es den Machern gelingt dieses Buch innerhalb einer 8-stündigen Miniserie adäquat umzusetzen? Talent steht zumindest hinter dieser Umsetzung: Ridley Scott, Donald Sutherland, Matthew McFayden und unzählige andere, ob hinter der Kamera oder davor.
Ich bin gespannt. In Deutschland gibt es die Show im Herbst auf Sat.1 oder ProSieben zu sehen.
JULIE & JULIA (USA 2009)
(bild: filmstarts.de)Inhalt: Julia Child, gelangweilte Diplomaten-Ehefrau, verliebt sich im Paris der 1950er Jahre in die französische Küche und beschliesst, Gourmetköchin zu werden und ein Kochbuch zu schreiben. Derweil im Jahre 2002: die New Yorkerin Julie Powell braucht eine neue Herausforderung und beschliesst, alle Rezepte aus Julia Childs Kochbuch nachzukochen und ihre Erfahrungen, die sie damit sammelt, in einem Blog niederzuschreiben.
Der Film basiert auf dem eben genannten Blog von Ms. Powell sowie einem dazugehörigen Buch, dass vor ein paar Jahren bei den Amis ganz oben in den Bestsellerlisten zu finden war.
Da ich nicht gerne koche, habe ich mich bisher weder mit dem Blog noch dem Buch beschäftigt. Kochen ist für mich eine nervenaufreibende Sache, bei der, zumindest in meinem Fall, so einiges schief gehen kann. Außerdem ist Kochen mit Aufräumen und Wegwischen von irgendwelchen Hinterlassenschaften verbunden, was ich noch weniger mag.
Zu kochen scheint aber auch ganz leicht von der Hand zu gehen und eine sinnliche Erfahrung zu sein, wie mir dieser kleine, leichte Film zu verstehen geben wollte.
Hollywood-Dino Meryl Streep agiert hier als quirlige Julia Child, Jung-Star Amy Adams als neurotische Julie Powell.
Es ist ein Vergnügen Streep dabei zu beobachten, wie sie sich als Julia, Schritt für Schritt und unter den argwöhnischen Blicken der anderen (durchgängig männlichen) Kochkursteilnehmer, die Kunst der französischen Küche aneignet. Sicher, ihr eigener Enthusiasmus steht ihr da hin und wieder mal im Weg, was vorehrsehbar ist. Aber dieses Klischee kaschiert Streep wunderbar mit ihrer Schauspielkunst, so amüsant und menschlich ist ihre Darbietung.
Unterstützt wird sie dabei, ebenso gekonnt und überzeugend, von Stanley Tucci in der Rolle des Mr. Child.
Der zweite Handlungsstrang wird von Amy Adams getragen. Auch sie meistert ihre Rolle sehr gut, obwohl dieser Teil des Films weit weniger überzeugt als der Part im Paris der 50er. Der Erzählablauf läuft hier ähnlich wie in der Parallelhandlung: Julie Powell probiert, scheitert, probiert, gewinnt, um dann wieder zu scheitern und so weiter und so fort.
Überraschungen gibt es in JULIE & JULIA keine. Die Inszenierung von Regisseurin Nora Ephron (Verliebt in eine Hexe, Schlaflos in Seattle) ist solide, aber nichts besonders. Sie weiß, dass sie mit ihren Hauptdarstellerinnen das große Los gezogen hat und verlässt sich darauf.
Streep und Adams sind dann auch der eigentliche Grund, weswegen man sich diesen Film ansehen sollte. Hervorzuheben ist ebenfalls die schöne Kameraarbeit, besonders in den Kochsequenzen.
Da kann schon mal der eine oder andere Magen knurren.
7/10 Punkten.
Sonntag, 18. Juli 2010
2012 (USA 2009)
Inhalt: 2009 entdeckt der Wissenschaftler Dr. Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor), dass die Welt innerhalb von nur wenigen Jahren untergehen wird. Monströse Sonneneruptionen heizen den Erdkern derart auf, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird und die Menschheit deshalb kurz vor der Ausrottung steht. Carl Anheuser (Oliver Platt), wissenschaftlicher Chefberater des US-Präsidenten Wilson (Danny Glover), organisiert derweil streng geheime Maßnahmen für die Zeit nach dem Ende der Welt. (quelle: filmstarts.de)
Es gibt Filme, die mag man entweder oder man hasst sie abgrundtief. Dazwischen gibt es in solchen Fällen nichts. 50/50 also.
Ich zähle mich, was Emmerich's "2012" betrifft, zur zweiten Kategorie. Mit Leib und Seele. Jawohl, ich hasse diesen Film.
"Was hast du denn erwartet?" wurde ich von einer Freundin nach dem Kinobesuch gefragt, als ich gerade auf unflätigste Art und Weise zeterte und wünschte Emmerich und Kumpanen würden die Köpfe zerplatzen für diesen Müll.
Eine wirklich gute Frage.
Erst einmal muss ich gestehen, dass der Trailer zu diesem Film einen Preis verdient, da er es geschafft hat, mich auf dieses Machwerk scharf zu machen, obwohl ich ganz genau weiß, was mich erwartet wenn ich eine Kinokarte für einen Roland Emmerich Film kaufe. Oh ja, dieser Trailer weckte in mir primitivste Sensationslust. Verbunden mit der Hoffnung auf eine spannende, anständig aufbereitete Story voller Herz und Menschlichkeit und überzeugender Charaktere sowie fantastischer Darsteller und atemberaubender Spezialeffekte. Immerhin wird der Weltuntergang thematisiert.
Übertriebender Optimismus oder Naivität? Womöglich beides. Herrje.
Ich arbeite mal nach Punkten ab.
Story: Die Welt geht unter. Familie gerät auf ihrer Flucht in haarsträubende Situationen. Millarden Menschen sterben. Ein paar überleben. Ende.
Sehr überschaubar und einfach. Alles andere als spannend. Die haarsträubenden Situationen, in welche die Pappkameraden/Charaktere geraten, sind das wortwörtlich. Allerdings im negativen Sinn. Logik wird zu 90 Prozent über Bord geworfen. Hauptsache jedes einzelne Bild hat CGI-Effekte. Und pathetisches, sabberndesVaterlandsgejaule gibt es mehr als genug. Aber das überrascht bei einer 180 Millionen Dollar Hollywoodproduktion ja niemanden mehr. Auch nicht mich. Ich wollte es trotzdem mal erwähnen.
Alles plätschert so vor sich hin und versinkt ganz nebenbei im Bombast, der aber einfach nur langweilt. Es ist nichts zu spüren von Apokalypse oder Endzeitstimmung oder auch nur einem Hauch von Angst oder Verzweiflung oder Panik. Es sterben milliarden von Menschen, was an sich erschreckend sein sollte, ja es müsste wohl auch so präsentiert werden. Wird es nicht. Solche Sequenzen verkommen in 2012 zu Demopräsentationen für die Effektfirmen. Garniert wird das Ganze noch mit dümmlichen Witzen und wirklich entsetzlichen Dialogen.
Es ist so furchtbar, dass ich mittlerweile denke, dieses Film ist, im Grunde genommen, eine zynische Komödie und ich bin nur zu blöd, um das zu verstehen.
Charaktere: Gibts keine. Hier hechten nur hohle Zombies von A nach B, sagen dämliche Dinge und gucken blöd.
Ernsthaft, die Art und Weise wie die Charaktere geschrieben sind, ist lächerlich. Niemand, aber auch niemand benimmt sich hier wie ein menschliches Wesen oder macht nachvollziehbare Dinge. Die Handlungen und Taten wirken immer künstlich und falsch.
Es gibt gegen Ende des Films eine Szene in welcher der Partner der Hauptdarstellerin ertrinkt, während sie das mit ansehen muss. Das ist aber nicht so schlimm da John Cusack neben ihr steht. Der ebenfalls mit ihr liiert war. Also wirft sie sich DIREKT nach dem Tod ihres Geliebten, den sie vorhin noch heiraten wollte, John Cusack an den Hals. "Ich liebe dich". Ja, vergiß den Wichser, der gerade ersoffen ist, und den du heiraten wolltest und heirate deinen Ex und vermittle nebenbei ein sehr konservatives Familienbild. Schlampe!
Im Ernst, so benimmt sich doch kein Mensch. Nicht mal in einem Film! Ein wenig Realismus sollte schon vorhand sein, gerade wenn es um die Charaktere geht, die für den Zuschauer ja direktes Bindeglied zwischen Film und Kinosessel sein sollten. Und das war nur ein Beispiel für diese dämlichen Cartoonfiguren.
Darsteller: Nicht der Rede wert. Cusack ist Cusack, alle anderen sehr blass. Woody Harrelson hat für seinen Miniauftritt hoffentlich genügend Geld bekommen. Armer Kerl.
Effekte: Durchwachsen, aber definitiv besser als alle anderen Elemente dieses Films.
Tja. Ich fühlte mich verarscht und in meinem Intellekt beleidigt, als der Film vorüber war. Und ich gebe zu, dass ich das Ganze wahrscheinlich viel zu ernst nehme. Ich schäme mich, dass ich in die Räder dieser abartigen Marketingmaschinerie geriet. Obwohl ich von Berufswegen her besser wissen müsste.
Es ist ja nur ein Film.
Shit happens!
1/10 Punkten.
Es gibt Filme, die mag man entweder oder man hasst sie abgrundtief. Dazwischen gibt es in solchen Fällen nichts. 50/50 also.
Ich zähle mich, was Emmerich's "2012" betrifft, zur zweiten Kategorie. Mit Leib und Seele. Jawohl, ich hasse diesen Film.
"Was hast du denn erwartet?" wurde ich von einer Freundin nach dem Kinobesuch gefragt, als ich gerade auf unflätigste Art und Weise zeterte und wünschte Emmerich und Kumpanen würden die Köpfe zerplatzen für diesen Müll.
Eine wirklich gute Frage.
Erst einmal muss ich gestehen, dass der Trailer zu diesem Film einen Preis verdient, da er es geschafft hat, mich auf dieses Machwerk scharf zu machen, obwohl ich ganz genau weiß, was mich erwartet wenn ich eine Kinokarte für einen Roland Emmerich Film kaufe. Oh ja, dieser Trailer weckte in mir primitivste Sensationslust. Verbunden mit der Hoffnung auf eine spannende, anständig aufbereitete Story voller Herz und Menschlichkeit und überzeugender Charaktere sowie fantastischer Darsteller und atemberaubender Spezialeffekte. Immerhin wird der Weltuntergang thematisiert.
Übertriebender Optimismus oder Naivität? Womöglich beides. Herrje.
Ich arbeite mal nach Punkten ab.
Story: Die Welt geht unter. Familie gerät auf ihrer Flucht in haarsträubende Situationen. Millarden Menschen sterben. Ein paar überleben. Ende.
Sehr überschaubar und einfach. Alles andere als spannend. Die haarsträubenden Situationen, in welche die Pappkameraden/Charaktere geraten, sind das wortwörtlich. Allerdings im negativen Sinn. Logik wird zu 90 Prozent über Bord geworfen. Hauptsache jedes einzelne Bild hat CGI-Effekte. Und pathetisches, sabberndesVaterlandsgejaule gibt es mehr als genug. Aber das überrascht bei einer 180 Millionen Dollar Hollywoodproduktion ja niemanden mehr. Auch nicht mich. Ich wollte es trotzdem mal erwähnen.
Alles plätschert so vor sich hin und versinkt ganz nebenbei im Bombast, der aber einfach nur langweilt. Es ist nichts zu spüren von Apokalypse oder Endzeitstimmung oder auch nur einem Hauch von Angst oder Verzweiflung oder Panik. Es sterben milliarden von Menschen, was an sich erschreckend sein sollte, ja es müsste wohl auch so präsentiert werden. Wird es nicht. Solche Sequenzen verkommen in 2012 zu Demopräsentationen für die Effektfirmen. Garniert wird das Ganze noch mit dümmlichen Witzen und wirklich entsetzlichen Dialogen.
Es ist so furchtbar, dass ich mittlerweile denke, dieses Film ist, im Grunde genommen, eine zynische Komödie und ich bin nur zu blöd, um das zu verstehen.
Charaktere: Gibts keine. Hier hechten nur hohle Zombies von A nach B, sagen dämliche Dinge und gucken blöd.
Ernsthaft, die Art und Weise wie die Charaktere geschrieben sind, ist lächerlich. Niemand, aber auch niemand benimmt sich hier wie ein menschliches Wesen oder macht nachvollziehbare Dinge. Die Handlungen und Taten wirken immer künstlich und falsch.
Es gibt gegen Ende des Films eine Szene in welcher der Partner der Hauptdarstellerin ertrinkt, während sie das mit ansehen muss. Das ist aber nicht so schlimm da John Cusack neben ihr steht. Der ebenfalls mit ihr liiert war. Also wirft sie sich DIREKT nach dem Tod ihres Geliebten, den sie vorhin noch heiraten wollte, John Cusack an den Hals. "Ich liebe dich". Ja, vergiß den Wichser, der gerade ersoffen ist, und den du heiraten wolltest und heirate deinen Ex und vermittle nebenbei ein sehr konservatives Familienbild. Schlampe!
Im Ernst, so benimmt sich doch kein Mensch. Nicht mal in einem Film! Ein wenig Realismus sollte schon vorhand sein, gerade wenn es um die Charaktere geht, die für den Zuschauer ja direktes Bindeglied zwischen Film und Kinosessel sein sollten. Und das war nur ein Beispiel für diese dämlichen Cartoonfiguren.
Darsteller: Nicht der Rede wert. Cusack ist Cusack, alle anderen sehr blass. Woody Harrelson hat für seinen Miniauftritt hoffentlich genügend Geld bekommen. Armer Kerl.
Effekte: Durchwachsen, aber definitiv besser als alle anderen Elemente dieses Films.
Tja. Ich fühlte mich verarscht und in meinem Intellekt beleidigt, als der Film vorüber war. Und ich gebe zu, dass ich das Ganze wahrscheinlich viel zu ernst nehme. Ich schäme mich, dass ich in die Räder dieser abartigen Marketingmaschinerie geriet. Obwohl ich von Berufswegen her besser wissen müsste.
Es ist ja nur ein Film.
Shit happens!
1/10 Punkten.
Demnächst: INCEPTION
Na, das sieht doch interessant aus:
Nach dem Mega-Blockbuster THE DARK KNIGHT kehrt Regisseur Christopher Nolan anscheinend ins Mind-Fuck-Genre zurück. Sehr schön.
Und Leonardo DiCaprio als Zugpferd des interessanten Cast kann nur als positiv betrachtet werden. Ich bin sehr gespannt.
PS: Dieser Blog ist ab sofort wieder aktiv. :)
Nach dem Mega-Blockbuster THE DARK KNIGHT kehrt Regisseur Christopher Nolan anscheinend ins Mind-Fuck-Genre zurück. Sehr schön.
Und Leonardo DiCaprio als Zugpferd des interessanten Cast kann nur als positiv betrachtet werden. Ich bin sehr gespannt.
PS: Dieser Blog ist ab sofort wieder aktiv. :)
Abonnieren
Posts (Atom)

