Entdeckt:
Yeah! "Raab oh Raab!" Bei dieser Parodie stimmt alles: Mimik, Gestik und sogar die gefakte "britische" Aussprache unserer heiß geliebten Lena. Hat nicht jeder kritische Zuschauer schon mal derartige Gedanken gehabt, wenn es um das Team Lena/Raab geht, wie der Songtext dieser Parodie so schön suggeriert? Also ich definitiv.
Von Switch Reloaded verarscht zu werden ist ja schon eine hohe Ehre. Lena kann stolz auf sich sein. Tja und wenn nicht, dann, Mädel, nimm es mit (viel) Humor.
Dienstag, 20. Juli 2010
Filmstarts 22.07.2010
1. Knight and Day
Inhat: June Havens ahnt noch nichts von dem was ihr bevorsteht, als sie am Flughafen auf Roy Miller trifft. Dieser entpuppt sich als charmanter wie tödlicher Geheimagent, der mehrere Killer sowie die Piloten an Bord des Flugzeugs erschießt und die Maschine dann kurzerhand notlandet.
June wacht nächsten Morgen in ihrem Bett auf, ohne zu wissen, wie sie hier hergekommen ist. Doch bald tauchen weitere Agenten auf, um sie für ein Verhör mitzunehmen. Es kommt zu einer Schießerei, in der June wieder auf Roy trifft, der sie entführt und sie nicht mehr aus den Augen lässt.
Starvehikel für Tom Cruise und Cameron Diaz.
Trailer:
2. Karate Kid
Inhalt: Als Dre Parker mit seiner Mutter von Detroit nach Peking umziehen muss, ist für den 12-jährigen plötzlich nichts mehr so, wie es mal war. Allein ohne Freunde in einem fremden Land, muss sich Dre in der Schule gegen den Klassenrüpel Cheng zur Wehr setzen, der ein geübter Kung-Fu-Kämpfer ist. Da Dre selbst aber nur über ein paar wenige Karate-Kenntnisse verfügt, kann er sich kaum verteidigen und wird von allen als "Karate Kid" verspottet.
Dre hat niemanden, an den er sich wenden kann, außer dem Hausmeister Mr. Han, der insgeheim ein berühmter Kung-Fu-Meister ist und bald zu Dres Lehrer wird. Han weiht Dre in die Kunst des Kung Fu ein und bereitet ihn auf ein Turnier vor, bei dem er auf seinen Rivalen Cheng treffen wird.
Will Smith Junior in einem weiteren Remake eines grundsoliden Films aus den 80ern.
Trailer:
3. Micmacs - Uns gehört Paris
Inhalt: Eines Abends tritt Bazil (Dany Boon) vor die Tür seiner Pariser Videothek – nur um eine verirrte Pistolenkugel in den Kopf zu bekommen. Dumme Sache, aber nicht unbedingt tödlich, entscheiden die Ärzte und entlassen Bazil aus dem Krankenhaus – mit Kugel im Kopf, aber ohne Job und Wohnung steht er auf der Straße. Doch das Glück lässt nicht lange auf sich warten: Bazil trifft auf den kauzigen Canaille (Jean-Pierre Marielle), der mit einer Gruppe wunderlicher Außenseiter zusammenlebt. Bei dieser skurrilen Familie findet Bazil ein neues Zuhause und taucht unter in eine Welt voller magischer Momente mitten in einem unbekannten Paris. Vor allem die biegsame Mademoiselle Kautschuk (Julie Ferrier) weckt Bazils Interesse und erobert schnell sein Herz. Doch es wird noch eine Weile dauern bis beide zusammen kommen. Zunächst muss Bazil noch eine Mission erfüllen ...
Das neueste Werk von Jean-Pierre Jeunet (Alien4, Die fabelhafte Welt der Amelie, Mathilde - eine große Liebe) verspricht visuell interessante, witzige und schräge Unterhaltung.
Trailer:
4. Unkraut im Paradies
Inhalt: Lukas (Remo Schulze) wohnt bei seiner Freundin Meike (Klara Manzel), deren Wohnung er sich selbst nie leisten könnte. Ihm sind andere Dinge wichtig, seine Kumpels etwa, seine Klamotten und sein Tanzstil. Meike räumt hinter ihm her, schmeißt den Haushalt und setzt sich bei seinem Chef für ihn ein. Erst als sie wegen einer Geschlechtskrankheit ins Krankenhaus muss, erfährt sie am eigenen Leib, wie wenig Lukas bereit ist zu geben.
Meike setzt Lukas vor die Tür, und sein leichtes Leben gerät ins Wanken. Lukas hält dem Druck, endlich erwachsen zu werden, nicht stand. Als einziger Ausweg erscheint ihm eine Versöhnung mit Meike, aber vielleicht nur, weil es der bequemste Weg zu sein scheint.
(quelle: imdb.de)
Deutscher Debütfilm von Bartosz Werner. Laut imdb.de ein Coming-of-Age-Film über das Loslassen.
Teaser:
Sieht gut aus. :)
Ausserdem starten noch: Kleine Wunder in Athen aus Griechenland und Men on the Bridge aus der Türkei.
Ich finde Micmacs am interessantesten. Also liebste Filmfreunde, auf ins Kino!
Inhat: June Havens ahnt noch nichts von dem was ihr bevorsteht, als sie am Flughafen auf Roy Miller trifft. Dieser entpuppt sich als charmanter wie tödlicher Geheimagent, der mehrere Killer sowie die Piloten an Bord des Flugzeugs erschießt und die Maschine dann kurzerhand notlandet.
June wacht nächsten Morgen in ihrem Bett auf, ohne zu wissen, wie sie hier hergekommen ist. Doch bald tauchen weitere Agenten auf, um sie für ein Verhör mitzunehmen. Es kommt zu einer Schießerei, in der June wieder auf Roy trifft, der sie entführt und sie nicht mehr aus den Augen lässt.
Starvehikel für Tom Cruise und Cameron Diaz.
Trailer:
2. Karate Kid
Inhalt: Als Dre Parker mit seiner Mutter von Detroit nach Peking umziehen muss, ist für den 12-jährigen plötzlich nichts mehr so, wie es mal war. Allein ohne Freunde in einem fremden Land, muss sich Dre in der Schule gegen den Klassenrüpel Cheng zur Wehr setzen, der ein geübter Kung-Fu-Kämpfer ist. Da Dre selbst aber nur über ein paar wenige Karate-Kenntnisse verfügt, kann er sich kaum verteidigen und wird von allen als "Karate Kid" verspottet.
Dre hat niemanden, an den er sich wenden kann, außer dem Hausmeister Mr. Han, der insgeheim ein berühmter Kung-Fu-Meister ist und bald zu Dres Lehrer wird. Han weiht Dre in die Kunst des Kung Fu ein und bereitet ihn auf ein Turnier vor, bei dem er auf seinen Rivalen Cheng treffen wird.
Will Smith Junior in einem weiteren Remake eines grundsoliden Films aus den 80ern.
Trailer:
3. Micmacs - Uns gehört Paris
Inhalt: Eines Abends tritt Bazil (Dany Boon) vor die Tür seiner Pariser Videothek – nur um eine verirrte Pistolenkugel in den Kopf zu bekommen. Dumme Sache, aber nicht unbedingt tödlich, entscheiden die Ärzte und entlassen Bazil aus dem Krankenhaus – mit Kugel im Kopf, aber ohne Job und Wohnung steht er auf der Straße. Doch das Glück lässt nicht lange auf sich warten: Bazil trifft auf den kauzigen Canaille (Jean-Pierre Marielle), der mit einer Gruppe wunderlicher Außenseiter zusammenlebt. Bei dieser skurrilen Familie findet Bazil ein neues Zuhause und taucht unter in eine Welt voller magischer Momente mitten in einem unbekannten Paris. Vor allem die biegsame Mademoiselle Kautschuk (Julie Ferrier) weckt Bazils Interesse und erobert schnell sein Herz. Doch es wird noch eine Weile dauern bis beide zusammen kommen. Zunächst muss Bazil noch eine Mission erfüllen ...
Das neueste Werk von Jean-Pierre Jeunet (Alien4, Die fabelhafte Welt der Amelie, Mathilde - eine große Liebe) verspricht visuell interessante, witzige und schräge Unterhaltung.
Trailer:
4. Unkraut im Paradies
Inhalt: Lukas (Remo Schulze) wohnt bei seiner Freundin Meike (Klara Manzel), deren Wohnung er sich selbst nie leisten könnte. Ihm sind andere Dinge wichtig, seine Kumpels etwa, seine Klamotten und sein Tanzstil. Meike räumt hinter ihm her, schmeißt den Haushalt und setzt sich bei seinem Chef für ihn ein. Erst als sie wegen einer Geschlechtskrankheit ins Krankenhaus muss, erfährt sie am eigenen Leib, wie wenig Lukas bereit ist zu geben.
Meike setzt Lukas vor die Tür, und sein leichtes Leben gerät ins Wanken. Lukas hält dem Druck, endlich erwachsen zu werden, nicht stand. Als einziger Ausweg erscheint ihm eine Versöhnung mit Meike, aber vielleicht nur, weil es der bequemste Weg zu sein scheint.
(quelle: imdb.de)
Deutscher Debütfilm von Bartosz Werner. Laut imdb.de ein Coming-of-Age-Film über das Loslassen.
Teaser:
Sieht gut aus. :)
Ausserdem starten noch: Kleine Wunder in Athen aus Griechenland und Men on the Bridge aus der Türkei.
Ich finde Micmacs am interessantesten. Also liebste Filmfreunde, auf ins Kino!
Montag, 19. Juli 2010
ROBIN HOOD (USA/GB 2010)
Inhalt: Nach den Kreuzzügen kehrt Englands König Richard Löwenherz mit seiner verwahrlosten Armee plündernd in die Heimat zurück. Nach seinem Tod während eines Gefechts desertieren der Bogenschütze Robin Longstride sowie sein Freund Little John und zwei weitere Schützen aus der Armee und schlagen sich nach England durch.
Dort wird Prinz John rechtmäßig zum König gekrönt. Doch er besitzt nicht das Charisma des Volkshelden Löwenherz und somit sehen die Franzosen eine Möglichkeit, England zu unterwerfen. Der Verräter Sir Godfrey initiiert nun einen Bürgerkrieg, um das Königreich zu schwächen. Longstride kehrt unter der Identität des Sir Robert Loxley nach Nottingham ein. Zusammen mit Marion Loxley und ihrem Stiefvater Sir Walter Loxley versuchen sie, die Invasion Frankreichs zu verhindern ...
(quelle: imdb.de)
Wer kennt ihn nicht, Robin Hood, den edlen Dieb und seine treuen Mannen. Welche die Reichen berauben, um den Armen zu geben. Über diese Figur gibt es bereits ein paar Fernsehserien und Filme, darunter Klassiker wie die knallbunte Verfilmung aus den 1930er Jahren mit Errol Flynn in der Hauptrolle. Oder der König der Diebe als Kevin-Costner-Star-Vehikel aus den 90ern (Verkaufszahlenrekorde aufstellender Titelsong von Bryan Adams inklusive).
Die meisten dieser Werke unterscheiden sich naturgemäß voneinander, haben aber alle etwas gemeinsam: sie betrachten die Geschichte um Robin Hood aus der Perspektive eines gutgelaunten, romantischen Action-Adventures.
Die Herkunft der Legende von Robin Hood ist bekanntlich im späten Mittelalter zu finden. Einer Zeit, die, was die allgemeinen Lebensumstände angeht, kaum so romantisch, bunt und gutgelaunt gewesen sein mag, wie es frühere Verfilmungen gerne vermitteln.
So ein Gedanke wird auch Ridley Scott beschäftigt haben, als er sich auf das Vorhaben einließ, Robin Hood quasi "von unten" neu aufzubereiten. Der Story einen realistischeren Ansatz zu verpassen und sich von einer knallbunten Umsetzung und Präsentation dieser Idee zu verabschieden.
Scott ist ja berühmt für seine detaillierte, halbwegs authentische Darstellung unterschiedlicher Epochen der Welthistorie: sei es das alte Rom in "Gladiator", die Zeit der Kreuzzüge im Epos "Königreich der Himmel" oder die wilden 70er in "American Gangster".
Was den vorliegenden Film angeht wählten er und sein Team zunächst unterschiedliche Formen:
Arbeitstitel war ursprünglich "Nottingham". Russel Crowe stand bereits sehr früh als Hauptdarsteller fest. Geplant war u.a. Crowe in einer Doppelrolle als Robin Hood und als Sheriff von Nottingham auftreten zu lassen. Eine andere Idee war, Robin als Bösewicht und den Sheriff als guten, noblen Kerl darzustellen.
Als Lady Marion war die britische Schauspielerin Sienna Miller im Gespräch. Sowohl die Stories als auch Sienna Miller wurden schon bald fallen gelassen, die Produktion wurde verschoben, bis das produzierende Studio und Scott-Free eine Einigung erzielten.
Ridley Scotts "Robin Hood" ist nunmehr eine Herkunftsgeschichte. Wie wurde der Held zum Helden? Was bewegte ihn dazu, das zu tun, was er nun tut; was ihn, rückblickend betrachtet, zu dem machte, was er in den Augen vieler ist?
Russel blieb der Star, als holde Maid wurde kurzerhand die immer verlässliche Cate Blanchett gecastet.
So fand Scott die für ihn richtige Perspektive für seine düstere Mittelalterstory. Bevor sich Robin die Kapuze aufsetzte hörte er in dieser Version auf den Namen Robin Longstride. War Bogenschütze in der königlichen Armee und wurde erst nach seiner Flucht aus selbiger zum Outlaw, zum Kämpfer für Gerechtigkeit, Jäger und Gejagder zugleich.
Inszenatorisch setzt Ridley auf Realismus. Die Welt des Mittelalters wird hier als dreckig, stinkend und grausam dargestellt. Robin und seine Kumpels sind im Kampf nicht besser oder edler als ihre Gegner. Sie saufen gern und ficken auch mal die eine oder andere willige Magd oder dralle Dörflerin; je nach Geschmack. Lady Marion ist keine schmachtende, hilflose Jungfrau, sondern ein Weib, das mit beiden Beinen fest im Leben steht. Eine Frau, die für sich, ihren Schwiegervater, ihre Bediensteten und Dorfangehörigen sorgen und auch mal einer Missernte ins Auge blicken muss. Der amtierende König ist intrigant, ebenso die Königinmutter, Macht zählt hier und nichts anderes. Und Macht und Herrschaft stellt der junge König über jeden seiner untergebenen Engländer.
So dauert es auch ein Weilchen bis dieses Filmuniversum ordentlich eingeführt ist, und der geneigte Zuschauer durchblickt, wer auf welcher Seite steht und wo oben und unten ist. Das ist nichts für Actionfans oder Kinobesucher, die einen schnellen Kick suchen und sich von Gewalt und dummen Sprüchen berauschen lassen wollen. Die erste Stunde ist reine Exposition, angereichert durch die eine oder andere Actionsequenz. Die Charaktere zählen sowie die Umstände in denen sie leben.
Vermischt mit etwas Politik und Intrigen stellt der Film, meiner Meinung nach, eher eine Alltagsstudie des englischen Mittelalters dar, als einen Actionfilm, wie im (wie immer irreführenden) Trailer versprochen.
Erst in den letzten 20 Minuten erscheint Robin Hood. Als König der Diebe, als Held, als Rächer der Armen. Typisch, erwartungsgemäß der Filmlegende zufolge und doch anders. Reifer, gezeichnet von Umständen und Taten.
Mir hat dieser Film sehr gut gefallen. Er war anders, als ich es erwartet hatte. Was nach Sommer-Blockbuster roch, entpuppte sich schon beinahe als Coming-of-Age-Drama.
Es gelang mir, in diese Welt einzutauchen. Ich bekam die Möglichkeit, die Charaktere kennenzulernen und zu erfassen. Das ist bei Big-Budget-Produktionen Made in Hollywood heutzutage sehr wohl etwas seltenes.
Das Filmuniversum wurde glaubhaft inszeniert. Die Geschichte war interessant und spannend und macht Lust auf mehr. Sämtliche Darsteller konnten mich überzeugen. Die Produktionswerte waren, typisch Ridley Scott, sehr hochwertig.
Dennoch, einen Wermutstropfen gibt es auch hier. Stellenweise wirkte die Erzählung gehetzt, Szenen schienen zu fehlen. Aufgrund der Filmlänge wurde sicherlich hier und da etwas geschnitten, da das vertreibende Studio (ich gucke dich an Universal) die Kinogänger mal wieder für dümmer gehalten hat, als sie in Wahrheit sind. Bäh.
Aber es gibt ja demnächst den obligatorischen Directors-Cut bzw. die ominöse Extended-Edition.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Und empfehle diesen Film unbedingt. :-)
9/10 Punkten.
Dort wird Prinz John rechtmäßig zum König gekrönt. Doch er besitzt nicht das Charisma des Volkshelden Löwenherz und somit sehen die Franzosen eine Möglichkeit, England zu unterwerfen. Der Verräter Sir Godfrey initiiert nun einen Bürgerkrieg, um das Königreich zu schwächen. Longstride kehrt unter der Identität des Sir Robert Loxley nach Nottingham ein. Zusammen mit Marion Loxley und ihrem Stiefvater Sir Walter Loxley versuchen sie, die Invasion Frankreichs zu verhindern ...
(quelle: imdb.de)
Wer kennt ihn nicht, Robin Hood, den edlen Dieb und seine treuen Mannen. Welche die Reichen berauben, um den Armen zu geben. Über diese Figur gibt es bereits ein paar Fernsehserien und Filme, darunter Klassiker wie die knallbunte Verfilmung aus den 1930er Jahren mit Errol Flynn in der Hauptrolle. Oder der König der Diebe als Kevin-Costner-Star-Vehikel aus den 90ern (Verkaufszahlenrekorde aufstellender Titelsong von Bryan Adams inklusive).
Die meisten dieser Werke unterscheiden sich naturgemäß voneinander, haben aber alle etwas gemeinsam: sie betrachten die Geschichte um Robin Hood aus der Perspektive eines gutgelaunten, romantischen Action-Adventures.
Die Herkunft der Legende von Robin Hood ist bekanntlich im späten Mittelalter zu finden. Einer Zeit, die, was die allgemeinen Lebensumstände angeht, kaum so romantisch, bunt und gutgelaunt gewesen sein mag, wie es frühere Verfilmungen gerne vermitteln.
So ein Gedanke wird auch Ridley Scott beschäftigt haben, als er sich auf das Vorhaben einließ, Robin Hood quasi "von unten" neu aufzubereiten. Der Story einen realistischeren Ansatz zu verpassen und sich von einer knallbunten Umsetzung und Präsentation dieser Idee zu verabschieden.
Scott ist ja berühmt für seine detaillierte, halbwegs authentische Darstellung unterschiedlicher Epochen der Welthistorie: sei es das alte Rom in "Gladiator", die Zeit der Kreuzzüge im Epos "Königreich der Himmel" oder die wilden 70er in "American Gangster".
Was den vorliegenden Film angeht wählten er und sein Team zunächst unterschiedliche Formen:
Arbeitstitel war ursprünglich "Nottingham". Russel Crowe stand bereits sehr früh als Hauptdarsteller fest. Geplant war u.a. Crowe in einer Doppelrolle als Robin Hood und als Sheriff von Nottingham auftreten zu lassen. Eine andere Idee war, Robin als Bösewicht und den Sheriff als guten, noblen Kerl darzustellen.
Als Lady Marion war die britische Schauspielerin Sienna Miller im Gespräch. Sowohl die Stories als auch Sienna Miller wurden schon bald fallen gelassen, die Produktion wurde verschoben, bis das produzierende Studio und Scott-Free eine Einigung erzielten.
Ridley Scotts "Robin Hood" ist nunmehr eine Herkunftsgeschichte. Wie wurde der Held zum Helden? Was bewegte ihn dazu, das zu tun, was er nun tut; was ihn, rückblickend betrachtet, zu dem machte, was er in den Augen vieler ist?
Russel blieb der Star, als holde Maid wurde kurzerhand die immer verlässliche Cate Blanchett gecastet.
So fand Scott die für ihn richtige Perspektive für seine düstere Mittelalterstory. Bevor sich Robin die Kapuze aufsetzte hörte er in dieser Version auf den Namen Robin Longstride. War Bogenschütze in der königlichen Armee und wurde erst nach seiner Flucht aus selbiger zum Outlaw, zum Kämpfer für Gerechtigkeit, Jäger und Gejagder zugleich.
Inszenatorisch setzt Ridley auf Realismus. Die Welt des Mittelalters wird hier als dreckig, stinkend und grausam dargestellt. Robin und seine Kumpels sind im Kampf nicht besser oder edler als ihre Gegner. Sie saufen gern und ficken auch mal die eine oder andere willige Magd oder dralle Dörflerin; je nach Geschmack. Lady Marion ist keine schmachtende, hilflose Jungfrau, sondern ein Weib, das mit beiden Beinen fest im Leben steht. Eine Frau, die für sich, ihren Schwiegervater, ihre Bediensteten und Dorfangehörigen sorgen und auch mal einer Missernte ins Auge blicken muss. Der amtierende König ist intrigant, ebenso die Königinmutter, Macht zählt hier und nichts anderes. Und Macht und Herrschaft stellt der junge König über jeden seiner untergebenen Engländer.
So dauert es auch ein Weilchen bis dieses Filmuniversum ordentlich eingeführt ist, und der geneigte Zuschauer durchblickt, wer auf welcher Seite steht und wo oben und unten ist. Das ist nichts für Actionfans oder Kinobesucher, die einen schnellen Kick suchen und sich von Gewalt und dummen Sprüchen berauschen lassen wollen. Die erste Stunde ist reine Exposition, angereichert durch die eine oder andere Actionsequenz. Die Charaktere zählen sowie die Umstände in denen sie leben.
Vermischt mit etwas Politik und Intrigen stellt der Film, meiner Meinung nach, eher eine Alltagsstudie des englischen Mittelalters dar, als einen Actionfilm, wie im (wie immer irreführenden) Trailer versprochen.
Erst in den letzten 20 Minuten erscheint Robin Hood. Als König der Diebe, als Held, als Rächer der Armen. Typisch, erwartungsgemäß der Filmlegende zufolge und doch anders. Reifer, gezeichnet von Umständen und Taten.
Mir hat dieser Film sehr gut gefallen. Er war anders, als ich es erwartet hatte. Was nach Sommer-Blockbuster roch, entpuppte sich schon beinahe als Coming-of-Age-Drama.
Es gelang mir, in diese Welt einzutauchen. Ich bekam die Möglichkeit, die Charaktere kennenzulernen und zu erfassen. Das ist bei Big-Budget-Produktionen Made in Hollywood heutzutage sehr wohl etwas seltenes.
Das Filmuniversum wurde glaubhaft inszeniert. Die Geschichte war interessant und spannend und macht Lust auf mehr. Sämtliche Darsteller konnten mich überzeugen. Die Produktionswerte waren, typisch Ridley Scott, sehr hochwertig.
Dennoch, einen Wermutstropfen gibt es auch hier. Stellenweise wirkte die Erzählung gehetzt, Szenen schienen zu fehlen. Aufgrund der Filmlänge wurde sicherlich hier und da etwas geschnitten, da das vertreibende Studio (ich gucke dich an Universal) die Kinogänger mal wieder für dümmer gehalten hat, als sie in Wahrheit sind. Bäh.
Aber es gibt ja demnächst den obligatorischen Directors-Cut bzw. die ominöse Extended-Edition.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Und empfehle diesen Film unbedingt. :-)
9/10 Punkten.
Preview: DIE SÄULEN DER ERDE
Oh eine Literaturverfilmung! Diesen Freitag startet bei unseren Freunden jenseits des Atlantiks die 40 Millionen Dollar schwere Verfilmung eines meiner absoluten Lieblingsbücher: "Die Säulen der Erde". Dieser Wälzer, verfasst von Ken Follett, dürfte Literaturinteressierten Menschen hinlänglich bekannt sein und gilt, 21 Jahre nach seinem Erscheinen, als absoluter Klassiker seines Genres.
Hier ein kleiner Trailer:
Das sieht ja mal spannend aus. Etwas Over the Top, sicherlich, aber das haben Trailer ja so an sich.
Ob es den Machern gelingt dieses Buch innerhalb einer 8-stündigen Miniserie adäquat umzusetzen? Talent steht zumindest hinter dieser Umsetzung: Ridley Scott, Donald Sutherland, Matthew McFayden und unzählige andere, ob hinter der Kamera oder davor.
Ich bin gespannt. In Deutschland gibt es die Show im Herbst auf Sat.1 oder ProSieben zu sehen.
Hier ein kleiner Trailer:
Das sieht ja mal spannend aus. Etwas Over the Top, sicherlich, aber das haben Trailer ja so an sich.
Ob es den Machern gelingt dieses Buch innerhalb einer 8-stündigen Miniserie adäquat umzusetzen? Talent steht zumindest hinter dieser Umsetzung: Ridley Scott, Donald Sutherland, Matthew McFayden und unzählige andere, ob hinter der Kamera oder davor.
Ich bin gespannt. In Deutschland gibt es die Show im Herbst auf Sat.1 oder ProSieben zu sehen.
JULIE & JULIA (USA 2009)
(bild: filmstarts.de)Inhalt: Julia Child, gelangweilte Diplomaten-Ehefrau, verliebt sich im Paris der 1950er Jahre in die französische Küche und beschliesst, Gourmetköchin zu werden und ein Kochbuch zu schreiben. Derweil im Jahre 2002: die New Yorkerin Julie Powell braucht eine neue Herausforderung und beschliesst, alle Rezepte aus Julia Childs Kochbuch nachzukochen und ihre Erfahrungen, die sie damit sammelt, in einem Blog niederzuschreiben.
Der Film basiert auf dem eben genannten Blog von Ms. Powell sowie einem dazugehörigen Buch, dass vor ein paar Jahren bei den Amis ganz oben in den Bestsellerlisten zu finden war.
Da ich nicht gerne koche, habe ich mich bisher weder mit dem Blog noch dem Buch beschäftigt. Kochen ist für mich eine nervenaufreibende Sache, bei der, zumindest in meinem Fall, so einiges schief gehen kann. Außerdem ist Kochen mit Aufräumen und Wegwischen von irgendwelchen Hinterlassenschaften verbunden, was ich noch weniger mag.
Zu kochen scheint aber auch ganz leicht von der Hand zu gehen und eine sinnliche Erfahrung zu sein, wie mir dieser kleine, leichte Film zu verstehen geben wollte.
Hollywood-Dino Meryl Streep agiert hier als quirlige Julia Child, Jung-Star Amy Adams als neurotische Julie Powell.
Es ist ein Vergnügen Streep dabei zu beobachten, wie sie sich als Julia, Schritt für Schritt und unter den argwöhnischen Blicken der anderen (durchgängig männlichen) Kochkursteilnehmer, die Kunst der französischen Küche aneignet. Sicher, ihr eigener Enthusiasmus steht ihr da hin und wieder mal im Weg, was vorehrsehbar ist. Aber dieses Klischee kaschiert Streep wunderbar mit ihrer Schauspielkunst, so amüsant und menschlich ist ihre Darbietung.
Unterstützt wird sie dabei, ebenso gekonnt und überzeugend, von Stanley Tucci in der Rolle des Mr. Child.
Der zweite Handlungsstrang wird von Amy Adams getragen. Auch sie meistert ihre Rolle sehr gut, obwohl dieser Teil des Films weit weniger überzeugt als der Part im Paris der 50er. Der Erzählablauf läuft hier ähnlich wie in der Parallelhandlung: Julie Powell probiert, scheitert, probiert, gewinnt, um dann wieder zu scheitern und so weiter und so fort.
Überraschungen gibt es in JULIE & JULIA keine. Die Inszenierung von Regisseurin Nora Ephron (Verliebt in eine Hexe, Schlaflos in Seattle) ist solide, aber nichts besonders. Sie weiß, dass sie mit ihren Hauptdarstellerinnen das große Los gezogen hat und verlässt sich darauf.
Streep und Adams sind dann auch der eigentliche Grund, weswegen man sich diesen Film ansehen sollte. Hervorzuheben ist ebenfalls die schöne Kameraarbeit, besonders in den Kochsequenzen.
Da kann schon mal der eine oder andere Magen knurren.
7/10 Punkten.
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