Mittwoch, 28. Juli 2010

FILMSTARTS 29.07.2010

Diese Woche starten eine ganze Menge interessanter Filme. Darunter natürlich die beiden Monster Inception und Toy Story 3, die für volle Kinosäle sorgen dürften.

Los geht’s:

INCEPTION

Inhalt: Dank modernster Technologie ist es in naher Zukunft möglich, in Träume und somit in das Unterbewusstsein von Menschen einzusteigen. Dies bedeutet aber auch die Möglichkeit des Stehlens fremder und bisher ureigenster Ideen. Ein Meisterdieb auf dem neuesten Gebiet der Firmenspionage ist Dom Cobb, was ihn nicht nur im positiven Sinn zu einem besonders gefragten Mann macht.

Um endlich wieder ein normales Leben führen zu können, muss er nur noch den einen letzten Job erledigen: Diesmal soll er aber keine Idee stehlen, sondern eine Idee in das Unterbewusstsein eines Opfers einpflanzen. Sollte ihnen das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen.
(imdb.de)

Christopher Nolans bereits hochgelobter Hirnfick über die Welt der Träume und des ach so spannenden menschlichen Unterbewusstseins. Mit Leonardo DiCaprio, Marion Cotillard, Michael Caine, Ellen Page und anderen bekannten Namen. Ist in den USA seit zwei Wochen auf Platz 1 der Kinocharts und hat selbst Angelinas SALT keine Chance gelassen.




TOY STORY 3

Inhalt. Andy, der Besitzer der Spielzeuge, ist erwachsen geworden und geht aufs College. Durch ein Versehen werden Cowboy Woody und seine Freunde als Spende in einen Kindergarten gebracht, wo sie Bekanntschaft mit weiteren Spielzeugen machen.

Zunächst scheinen die alteingesessenen Kindergarten-Spielzeuge die Neuankömmlinge herzlich zu begrüßen, doch schon bald geht Woody & Co. auf, dass sie nur ausgenutzt werden. Nach ersten vereitelten Fluchtversuchen entwickeln Woody und seine Freunde einen ausgefeilten Plan, um aus dem Kindergarten auszubrechen.
(imdb.de)

Blockbuster Nummer 2 in dieser Woche. Toy Story kennt jedes Kind, Teil 3 schliesst die Geschichte um Woody und seine Freunde ab. Hat sich, wie seine beiden sehr guten Vorgänger, bei den Amis als wahre Geldmaschine an den Kinokassen entpuppt. Wer hätte das gedacht? ;-) Ach ja, in 3D ist er auch zusehen.



DAS KONZERT

Inhalt: Einst galt Andreï Filipov als Wunderkind, führte als Dirigent das weltberühmte Bolschoi-Orchester zu Triumphen, nun putzt er das verfallende Musiktheater. Seit er sich Anfang der 80er-Jahre für eine jüdische Musikerin einsetzte, hat Andrei wenig zu lachen. Der Orchesterchef – gleichzeitig KGB-Informant – sorgte für seine Entlassung. Da fällt ihm eines Tages während der Reinigung des Direktionsbüros zufällig ein Fax des Pariser »Theatre du Châtelet« in die Hände: Die dortige Festspielleitung lädt das Bolschoi-Orchester zu einem Konzert ein. Spontan lässt Andreï das Fax verschwinden und löscht das dazugehörige Mail. Er entschließt sich, das einstige Orchester in seiner alten Beset-zung wieder aufleben zu lassen und anstelle des Jetzigen in Paris aufzutreten. Kein leichtes Unterfangen, denn die alten Kollegen arbeiten mittlerweile als Umzugshilfen, Taxifahrer, Straßenmusiker oder Handyverkäufer und zudem gerät bereits die Reise nach Paris zu einem Desaster ...

Preisgekrönter (2 Cèsars 2010 (Beste Musik, Bester Ton ) französischer Film aus dem Jahr 2009. Eine der Hauptdarsteller ist Mélanie Laurent, hierzulande bekannt aus Quentin Tarantinos Inglorious Basterds. Dort spielte sie das jüdische Mädchen Shoshanna, die sich an den Nazis für den Tod ihrer Familie rächen will.




SPACE TOURISTS

Inhalt: Heute ist Weltraumtourismus nicht mehr naive Fantasie und Science-Fiction. Der alte Traum - ist Realität. Angeboten nicht etwa von der NASA, sondern von der Russischen Weltraumbehörde. Zwanzig Millionen Dollar kostet die zehntägige Reise ins All. Der legendäre Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ist Ausgangspunkt für die "Reise ihres Lebens" der Amerikanerin Anousheh Ansari.

Dokumentarfilm des Schweizers Christian Frei, der Dokubegeisterten Menschen besonders für sein Werk WAR PHOTOGRAPHER bekannt sein dürfte. Dieses Porträt über den Fotografen James Nachtwey, den Frei an Kriegsschauplätze begleitete, war 2001 immerhin für den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

Der Trailer zu Space Tourists ist viel versprechend.



RENN, WENN DU KANNST

Inhalt: Ben sitzt im Rollstuhl. Er ist witzig, intelligent und verzweifelt. Zusammen mit seinem Zivi Christian lernt er die von ihrem Studium überforderte Cellistin Annika kennen. Die drei werden Freunde - bis sie sich verlieben. Was für Christian wie ein Spiel beginnt, wird für Ben eine Reise zu seinen größten Ängsten, in Abgründe, aus denen er allein nicht mehr herausfinden wird.

Kinodebüt der Geschwister Anna und Dietrich Brüggemann. Ist in die Kategorie deutsche Romantikkomödie einzuordnen. Wie man hier lesen kann, scheint der Film auf gute Kritikerresonanz zu stoßen.




ROCKSTEADY: THE ROOTS OF REGGAE

Inhalt: Eine musikalische Reise ins goldene Zeitalter der jamaikanischen Musik: Zum ersten Mal nach 40 Jahren kommen die Musikerinnen und Musiker der Rocksteady-Ära in Kingston zusammen, um ihren großartigen Sound auferstehen zu lassen und ihre Geschichte zu erzählen. Tonaufnahmen im ursprünglichen Tuff-Gong-Studio, seltene Archivbilder und Gespräche mit den Künstlern zu Hause und an historischen Orten zeichnen ein farbiges Bild der legendären Rocksteady-Zeit.

Doku von Stascha Bader (noch ein Schweizer) über eine Musikrichtung, der ich persönlich nichts abgewinnen kann. Aber der Trailer verspricht einen interessanten Film, den sich auch Leute wie ich ansehen können ohne einzuschlafen.



Viel Spass im Kino, liebste Filmfreunde. :-)

Montag, 26. Juli 2010

ALICE IM WUNDERLAND 3D (USA 2010)

(bild: (c) 2010 WaltDisneyPictures)

Inhalt: Die 19-jährige Alice, ein rebellischer Geist in der viktorianischen Gesellschaft, soll heiraten. Viel neugieriger als auf einen aristokratischen Langweiler ist sie aber auf ein Kaninchen, dass sie nach Unterland lockt. Ein unterirdisches Wunderland mit seltsamen Geschöpfen, die ein Ende der Schreckensherrschaft der Roten Königin herbeisehnen. Nur Alice kann es einer Prophezeiung zur Folge herbeiführen, unterstützt von ihren neuen Freunden, wie dem verrückten Hutmacher, die wissen, was sie vergessen hat: Alices Ankunft ist eine Rückkehr.
(quelle: kino.de)

Ich komme gleich zur Sache. Auch wenn diese Verfilmung der Alice-Geschichte einen etwas anderen Blickwinkel wählt (Alice ist erwachsen), bietet er nicht wirklich etwas Neues. Weder visuell, noch inszenatorisch, narrativ erst recht nicht.

Tim Burton gilt bei Kritikern und natürlich auch bei den Kinogängern als visuelles und erzählerisches Genie. Er hat sich durch fantasievolle, düstere Filme wie Batman, Edward mit den Scherenhänden, Sleepy Hollow, Big Fish oder, dem sehr eigenen, Sweeney Todd einen Namen gemacht. Die Ankündigung eines neuen Burton-Filmes weckt demzufolge große Spannung und Neugier bei Kritikern und Publikum.

Burton ist ein A-Liste-Begriff, selbst wenn er seine Projekte mal gegen die Wand fährt. Da fallen mir Planet der Affen, Charlie und die Schokoladenfabrik oder Beetle Juice ein. Filme, die mit guten Ansätzen und viel Tamtam in Produktion gingen und am Ende genau daran gescheitert sind. Heraus kam Durchschnitt in allen Bereichen.

Alice im Wunderland würde ich in diese Kategorie einordnen. Leider, muss ich dazu sagen. Als bekannt wurde, dass Tim Burton diese abgefahrenen Geschichten von Lewis Carrol umsetzen würde, dachte ich mir, Hey gute Wahl. Wenn das einer gut macht, dann Burton.

Als erste Entwürfe und Charakterfotos im Netz auftauchten verhieß das alles erst einmal viel Gutes und weckte in mir (und vielen Anderen) die eben genannte Spannung und Neugier. Aber bekanntlich soll man ja den Tag nicht vor dem Abend loben.

Sollte ich Alice mit nur einem Wort beschreiben würde ich sagen: künstlich. Dann würde ich eine kurze Pause lassen, einen gedanklichen Punkt setzen und SCHRILL sowie BUNT hinzufügen. Ja, bunt und schrill trifft es. Die Farben krachen einem entgegen. Die Kostüme und die weitgehend computeranimierten Kulissen wirken sehr aufdringlich. Das könnte ja durchaus positiv zu sehen sein, bei einem Film, der auf äußerst verrückten Büchern basiert, deren Herkunft man schon auf die Drogentrips ihres Autors zurückführte.

Doch hier ist das alles zu glatt, zu künstlich, zu offensichtlich aus Einsen und Nullen, dass es zwar hübsch anzusehen ist, aber den Betrachter völlig gleichgültig lässt. Die nicht so tollen Effekte überwiegen die Geschichte, der in dieser Verfilmung ohnehin die nötige Tiefe fehlt, und verkommen zu Bombast der wehtut. Hier wirkt nichts bedrohlich oder außergewöhnlich oder düster.

Johnny Depp spielt ein weiteres Mal die Freakrolle in einem Burtonfilm und hat bei mir leider keinen wirklichen Eindruck hinterlassen. Er war halt mit dabei und hatte ein Paar schräge Kontaktlinsen in den Augen.

Naja und Anne Hathaway als Weiße Königin sorgt für ein paar Schmunzler, lässt einen aber nie vergessen, dass man Anne in einem weißen Kleid sieht, aber keine Wunderlandfigur.

Besser gefallen haben mir Mia Wasikowska als Alice und Helena Bonham Carter als Böse Königin. Letztere mehr aufgrund ihres überdimensionierten Kopfes (einer der wenigen guten Effekte) als ihrer Darstellung, die heillos Over-the-Top war. Mia macht das Beste aus ihrer flachen Rolle, ein darstellerischer Durchbruch ist ihre Leistung allerdings nicht.

Die Inszenierung empfand ich als sehr gewöhnlich und fade. Der Biss fehlt, die Gefahr, das Fremdartige, das Originelle. Und das kann man bei einem so fantasievollen Ausgangsmaterial ruhig erwarten.

Erwähnen muss ich noch die mangelhafte 3D-Präsentation. Die Effekte wurden zwar in 3D produziert, die Realaufnahmen jedoch nicht und leider fällt das auf, da beides nicht richtig miteinander harmoniert. Schade, finde ich.

3/10 Punkten.

Mittwoch, 21. Juli 2010

PREVIEW: SALT (USA 2010)

Angelina Jolie als Action-Kampfweib. Das kennen wir ja bereits aus Filmen wie "Mr und Mrs Smith" (herzliche Grüße an Brad P.), "Wanted" und den unsäglichen "Tomb Raider" Verfilmungen.

SALT dreht sich um folgendes:

"Zu Beginn ihrer Karriere legte CIA-Agentin Evelyn Salt (Angelina Jolie) einen Eid auf ihre Ehre und ihr Vaterland ab. Als Salt jedoch von einem Überläufer beschuldigt wird, eine russische Schläferin zu sein, muss sie fliehen. Um einer Verhaftung zu entgehen, das Leben ihres Mannes zu schützen und dabei ihren Kollegen von der CIA immer einen Schritt voraus zu sein, muss Salt sich voll und ganz auf ihre Fähigkeiten und ihre jahrelange Erfahrung als verdeckte Ermittlerin verlassen."
Quelle: cinefacts.de



Sieht ja so aus, als würde die gute Angelina vollen, ähm, Körpereinsatz geben. Wie sie so guckt, mit ihren großen Augen und den vollen Lippen... hm, die Zielgruppe (13 bis 16jährige Jungs) dürfte schonmal aufgewacht sein.

Aber im Ernst, so schlecht sieht der Film nicht aus. Angelina macht definitiv eine gute Figur. Das meine ich nicht nur auf ihre körperlichen Attribute bezogen. Nein, nein. Natürlich beziehe ich mich maßgeblich auf Ms Jolies Darstellungskunst sowie ihre akrobatischen Fähigkeiten. Im Sinne von Stunts, wohlbemerkt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Regie führt Phillip Noyce, ein fähiger Regisseur der unter anderem kleine Meisterwerke wie "Rabbit Proof Fence" oder "The Quit American" mit Michael Caine in der Hauptrolle, umgesetzt hatte.

Mit Angelina arbeitete er bereits in "Der Knochenjäger" aus dem Jahre 1999 zusammen. Das hatte ganz gut funktioniert. Dieser Film trug auf jeden Fall dazu bei, ihren Bekanntheitsstatus abrupt zu erhöhen.

Das Script zu SALT stammt aus der Feder von Kurt Wimmer. Genrefans ist der Mann durchaus ein Begriff, hatte er doch 2002 den Film "Equilibrium" geschrieben und mit dem heutzutage weltbekannten Christian Bale als Hauptdarsteller inszeniert. Ein paar Jahre später lag er mit "Ultraviolet" und Milla Jovovich ein wenig daneben, was die Qualität angeht, einen Namen hat der Typ in der Filmbranche aber nach wie vor.

Was die Action-Angelina angeht, habe ich keine Bedenken, dass sie in SALT nicht als solche brilliert. Sie hat das drauf. Angelina gibt in ihren Projekten meistens alles und ich vermute, mit SALT trifft sie ins Schwarze. Erste amerikanische Kritiken scheinen recht positiv zu sein. Die Produktion sieht aus wie geleckt, die Action wirkt knackig, Liev Schreiber als Co-Star kann so falsch nicht sein... hier stimmen so einige Faktoren.

Deutscher Kinostart ist der 02.09.2010.

Ganz ehrlich, ich schaue mir lieber Angelina dabei an wie sie ein paar Typen umbringt, als die 100.000ste romantische Komödie.

Liebste Filmfreunde, ich lege euch SALT und Angelina sehr an die fragilen Zelluloidherzen. :-)

Dienstag, 20. Juli 2010

SWITCH RELOADED VS. LENA MEYER-LANDRUT

Entdeckt:



Yeah! "Raab oh Raab!" Bei dieser Parodie stimmt alles: Mimik, Gestik und sogar die gefakte "britische" Aussprache unserer heiß geliebten Lena. Hat nicht jeder kritische Zuschauer schon mal derartige Gedanken gehabt, wenn es um das Team Lena/Raab geht, wie der Songtext dieser Parodie so schön suggeriert? Also ich definitiv.

Von Switch Reloaded verarscht zu werden ist ja schon eine hohe Ehre. Lena kann stolz auf sich sein. Tja und wenn nicht, dann, Mädel, nimm es mit (viel) Humor.

Filmstarts 22.07.2010

1. Knight and Day

Inhat: June Havens ahnt noch nichts von dem was ihr bevorsteht, als sie am Flughafen auf Roy Miller trifft. Dieser entpuppt sich als charmanter wie tödlicher Geheimagent, der mehrere Killer sowie die Piloten an Bord des Flugzeugs erschießt und die Maschine dann kurzerhand notlandet.

June wacht nächsten Morgen in ihrem Bett auf, ohne zu wissen, wie sie hier hergekommen ist. Doch bald tauchen weitere Agenten auf, um sie für ein Verhör mitzunehmen. Es kommt zu einer Schießerei, in der June wieder auf Roy trifft, der sie entführt und sie nicht mehr aus den Augen lässt.

Starvehikel für Tom Cruise und Cameron Diaz.

Trailer:



2. Karate Kid

Inhalt: Als Dre Parker mit seiner Mutter von Detroit nach Peking umziehen muss, ist für den 12-jährigen plötzlich nichts mehr so, wie es mal war. Allein ohne Freunde in einem fremden Land, muss sich Dre in der Schule gegen den Klassenrüpel Cheng zur Wehr setzen, der ein geübter Kung-Fu-Kämpfer ist. Da Dre selbst aber nur über ein paar wenige Karate-Kenntnisse verfügt, kann er sich kaum verteidigen und wird von allen als "Karate Kid" verspottet.

Dre hat niemanden, an den er sich wenden kann, außer dem Hausmeister Mr. Han, der insgeheim ein berühmter Kung-Fu-Meister ist und bald zu Dres Lehrer wird. Han weiht Dre in die Kunst des Kung Fu ein und bereitet ihn auf ein Turnier vor, bei dem er auf seinen Rivalen Cheng treffen wird.

Will Smith Junior in einem weiteren Remake eines grundsoliden Films aus den 80ern.

Trailer:



3. Micmacs - Uns gehört Paris

Inhalt: Eines Abends tritt Bazil (Dany Boon) vor die Tür seiner Pariser Videothek – nur um eine verirrte Pistolenkugel in den Kopf zu bekommen. Dumme Sache, aber nicht unbedingt tödlich, entscheiden die Ärzte und entlassen Bazil aus dem Krankenhaus – mit Kugel im Kopf, aber ohne Job und Wohnung steht er auf der Straße. Doch das Glück lässt nicht lange auf sich warten: Bazil trifft auf den kauzigen Canaille (Jean-Pierre Marielle), der mit einer Gruppe wunderlicher Außenseiter zusammenlebt. Bei dieser skurrilen Familie findet Bazil ein neues Zuhause und taucht unter in eine Welt voller magischer Momente mitten in einem unbekannten Paris. Vor allem die biegsame Mademoiselle Kautschuk (Julie Ferrier) weckt Bazils Interesse und erobert schnell sein Herz. Doch es wird noch eine Weile dauern bis beide zusammen kommen. Zunächst muss Bazil noch eine Mission erfüllen ...

Das neueste Werk von Jean-Pierre Jeunet (Alien4, Die fabelhafte Welt der Amelie, Mathilde - eine große Liebe) verspricht visuell interessante, witzige und schräge Unterhaltung.

Trailer:



4. Unkraut im Paradies

Inhalt: Lukas (Remo Schulze) wohnt bei seiner Freundin Meike (Klara Manzel), deren Wohnung er sich selbst nie leisten könnte. Ihm sind andere Dinge wichtig, seine Kumpels etwa, seine Klamotten und sein Tanzstil. Meike räumt hinter ihm her, schmeißt den Haushalt und setzt sich bei seinem Chef für ihn ein. Erst als sie wegen einer Geschlechtskrankheit ins Krankenhaus muss, erfährt sie am eigenen Leib, wie wenig Lukas bereit ist zu geben.

Meike setzt Lukas vor die Tür, und sein leichtes Leben gerät ins Wanken. Lukas hält dem Druck, endlich erwachsen zu werden, nicht stand. Als einziger Ausweg erscheint ihm eine Versöhnung mit Meike, aber vielleicht nur, weil es der bequemste Weg zu sein scheint.
(quelle: imdb.de)

Deutscher Debütfilm von Bartosz Werner. Laut imdb.de ein Coming-of-Age-Film über das Loslassen.

Teaser:



Sieht gut aus. :)

Ausserdem starten noch: Kleine Wunder in Athen aus Griechenland und Men on the Bridge aus der Türkei.

Ich finde Micmacs am interessantesten. Also liebste Filmfreunde, auf ins Kino!

Montag, 19. Juli 2010

ROBIN HOOD (USA/GB 2010)

(bild: (c) Universal Pictures International France)
Inhalt: Nach den Kreuzzügen kehrt Englands König Richard Löwenherz mit seiner verwahrlosten Armee plündernd in die Heimat zurück. Nach seinem Tod während eines Gefechts desertieren der Bogenschütze Robin Longstride sowie sein Freund Little John und zwei weitere Schützen aus der Armee und schlagen sich nach England durch.

Dort wird Prinz John rechtmäßig zum König gekrönt. Doch er besitzt nicht das Charisma des Volkshelden Löwenherz und somit sehen die Franzosen eine Möglichkeit, England zu unterwerfen. Der Verräter Sir Godfrey initiiert nun einen Bürgerkrieg, um das Königreich zu schwächen. Longstride kehrt unter der Identität des Sir Robert Loxley nach Nottingham ein. Zusammen mit Marion Loxley und ihrem Stiefvater Sir Walter Loxley versuchen sie, die Invasion Frankreichs zu verhindern ...
(quelle: imdb.de)

Wer kennt ihn nicht, Robin Hood, den edlen Dieb und seine treuen Mannen. Welche die Reichen berauben, um den Armen zu geben. Über diese Figur gibt es bereits ein paar Fernsehserien und Filme, darunter Klassiker wie die knallbunte Verfilmung aus den 1930er Jahren mit Errol Flynn in der Hauptrolle. Oder der König der Diebe als Kevin-Costner-Star-Vehikel aus den 90ern (Verkaufszahlenrekorde aufstellender Titelsong von Bryan Adams inklusive).

Die meisten dieser Werke unterscheiden sich naturgemäß voneinander, haben aber alle etwas gemeinsam: sie betrachten die Geschichte um Robin Hood aus der Perspektive eines gutgelaunten, romantischen Action-Adventures.

Die Herkunft der Legende von Robin Hood ist bekanntlich im späten Mittelalter zu finden. Einer Zeit, die, was die allgemeinen Lebensumstände angeht, kaum so romantisch, bunt und gutgelaunt gewesen sein mag, wie es frühere Verfilmungen gerne vermitteln.

So ein Gedanke wird auch Ridley Scott beschäftigt haben, als er sich auf das Vorhaben einließ, Robin Hood quasi "von unten" neu aufzubereiten. Der Story einen realistischeren Ansatz zu verpassen und sich von einer knallbunten Umsetzung und Präsentation dieser Idee zu verabschieden.

Scott ist ja berühmt für seine detaillierte, halbwegs authentische Darstellung unterschiedlicher Epochen der Welthistorie: sei es das alte Rom in "Gladiator", die Zeit der Kreuzzüge im Epos "Königreich der Himmel" oder die wilden 70er in "American Gangster".

Was den vorliegenden Film angeht wählten er und sein Team zunächst unterschiedliche Formen:

Arbeitstitel war ursprünglich "Nottingham". Russel Crowe stand bereits sehr früh als Hauptdarsteller fest. Geplant war u.a. Crowe in einer Doppelrolle als Robin Hood und als Sheriff von Nottingham auftreten zu lassen. Eine andere Idee war, Robin als Bösewicht und den Sheriff als guten, noblen Kerl darzustellen.

Als Lady Marion war die britische Schauspielerin Sienna Miller im Gespräch. Sowohl die Stories als auch Sienna Miller wurden schon bald fallen gelassen, die Produktion wurde verschoben, bis das produzierende Studio und Scott-Free eine Einigung erzielten.

Ridley Scotts "Robin Hood" ist nunmehr eine Herkunftsgeschichte. Wie wurde der Held zum Helden? Was bewegte ihn dazu, das zu tun, was er nun tut; was ihn, rückblickend betrachtet, zu dem machte, was er in den Augen vieler ist?

Russel blieb der Star, als holde Maid wurde kurzerhand die immer verlässliche Cate Blanchett gecastet.

So fand Scott die für ihn richtige Perspektive für seine düstere Mittelalterstory. Bevor sich Robin die Kapuze aufsetzte hörte er in dieser Version auf den Namen Robin Longstride. War Bogenschütze in der königlichen Armee und wurde erst nach seiner Flucht aus selbiger zum Outlaw, zum Kämpfer für Gerechtigkeit, Jäger und Gejagder zugleich.

Inszenatorisch setzt Ridley auf Realismus. Die Welt des Mittelalters wird hier als dreckig, stinkend und grausam dargestellt. Robin und seine Kumpels sind im Kampf nicht besser oder edler als ihre Gegner. Sie saufen gern und ficken auch mal die eine oder andere willige Magd oder dralle Dörflerin; je nach Geschmack. Lady Marion ist keine schmachtende, hilflose Jungfrau, sondern ein Weib, das mit beiden Beinen fest im Leben steht. Eine Frau, die für sich, ihren Schwiegervater, ihre Bediensteten und Dorfangehörigen sorgen und auch mal einer Missernte ins Auge blicken muss. Der amtierende König ist intrigant, ebenso die Königinmutter, Macht zählt hier und nichts anderes. Und Macht und Herrschaft stellt der junge König über jeden seiner untergebenen Engländer.

So dauert es auch ein Weilchen bis dieses Filmuniversum ordentlich eingeführt ist, und der geneigte Zuschauer durchblickt, wer auf welcher Seite steht und wo oben und unten ist. Das ist nichts für Actionfans oder Kinobesucher, die einen schnellen Kick suchen und sich von Gewalt und dummen Sprüchen berauschen lassen wollen. Die erste Stunde ist reine Exposition, angereichert durch die eine oder andere Actionsequenz. Die Charaktere zählen sowie die Umstände in denen sie leben.

Vermischt mit etwas Politik und Intrigen stellt der Film, meiner Meinung nach, eher eine Alltagsstudie des englischen Mittelalters dar, als einen Actionfilm, wie im (wie immer irreführenden) Trailer versprochen.

Erst in den letzten 20 Minuten erscheint Robin Hood. Als König der Diebe, als Held, als Rächer der Armen. Typisch, erwartungsgemäß der Filmlegende zufolge und doch anders. Reifer, gezeichnet von Umständen und Taten.

Mir hat dieser Film sehr gut gefallen. Er war anders, als ich es erwartet hatte. Was nach Sommer-Blockbuster roch, entpuppte sich schon beinahe als Coming-of-Age-Drama.

Es gelang mir, in diese Welt einzutauchen. Ich bekam die Möglichkeit, die Charaktere kennenzulernen und zu erfassen. Das ist bei Big-Budget-Produktionen Made in Hollywood heutzutage sehr wohl etwas seltenes.

Das Filmuniversum wurde glaubhaft inszeniert. Die Geschichte war interessant und spannend und macht Lust auf mehr. Sämtliche Darsteller konnten mich überzeugen. Die Produktionswerte waren, typisch Ridley Scott, sehr hochwertig.

Dennoch, einen Wermutstropfen gibt es auch hier. Stellenweise wirkte die Erzählung gehetzt, Szenen schienen zu fehlen. Aufgrund der Filmlänge wurde sicherlich hier und da etwas geschnitten, da das vertreibende Studio (ich gucke dich an Universal) die Kinogänger mal wieder für dümmer gehalten hat, als sie in Wahrheit sind. Bäh.

Aber es gibt ja demnächst den obligatorischen Directors-Cut bzw. die ominöse Extended-Edition.

Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Und empfehle diesen Film unbedingt. :-)

9/10 Punkten.

Preview: DIE SÄULEN DER ERDE

Oh eine Literaturverfilmung! Diesen Freitag startet bei unseren Freunden jenseits des Atlantiks die 40 Millionen Dollar schwere Verfilmung eines meiner absoluten Lieblingsbücher: "Die Säulen der Erde". Dieser Wälzer, verfasst von Ken Follett, dürfte Literaturinteressierten Menschen hinlänglich bekannt sein und gilt, 21 Jahre nach seinem Erscheinen, als absoluter Klassiker seines Genres.

Hier ein kleiner Trailer:



Das sieht ja mal spannend aus. Etwas Over the Top, sicherlich, aber das haben Trailer ja so an sich.

Ob es den Machern gelingt dieses Buch innerhalb einer 8-stündigen Miniserie adäquat umzusetzen? Talent steht zumindest hinter dieser Umsetzung: Ridley Scott, Donald Sutherland, Matthew McFayden und unzählige andere, ob hinter der Kamera oder davor.

Ich bin gespannt. In Deutschland gibt es die Show im Herbst auf Sat.1 oder ProSieben zu sehen.

JULIE & JULIA (USA 2009)

(bild: filmstarts.de)
Inhalt: Julia Child, gelangweilte Diplomaten-Ehefrau, verliebt sich im Paris der 1950er Jahre in die französische Küche und beschliesst, Gourmetköchin zu werden und ein Kochbuch zu schreiben. Derweil im Jahre 2002: die New Yorkerin Julie Powell braucht eine neue Herausforderung und beschliesst, alle Rezepte aus Julia Childs Kochbuch nachzukochen und ihre Erfahrungen, die sie damit sammelt, in einem Blog niederzuschreiben.

Der Film basiert auf dem eben genannten Blog von Ms. Powell sowie einem dazugehörigen Buch, dass vor ein paar Jahren bei den Amis ganz oben in den Bestsellerlisten zu finden war.

Da ich nicht gerne koche, habe ich mich bisher weder mit dem Blog noch dem Buch beschäftigt. Kochen ist für mich eine nervenaufreibende Sache, bei der, zumindest in meinem Fall, so einiges schief gehen kann. Außerdem ist Kochen mit Aufräumen und Wegwischen von irgendwelchen Hinterlassenschaften verbunden, was ich noch weniger mag.

Zu kochen scheint aber auch ganz leicht von der Hand zu gehen und eine sinnliche Erfahrung zu sein, wie mir dieser kleine, leichte Film zu verstehen geben wollte.

Hollywood-Dino Meryl Streep agiert hier als quirlige Julia Child, Jung-Star Amy Adams als neurotische Julie Powell.

Es ist ein Vergnügen Streep dabei zu beobachten, wie sie sich als Julia, Schritt für Schritt und unter den argwöhnischen Blicken der anderen (durchgängig männlichen) Kochkursteilnehmer, die Kunst der französischen Küche aneignet. Sicher, ihr eigener Enthusiasmus steht ihr da hin und wieder mal im Weg, was vorehrsehbar ist. Aber dieses Klischee kaschiert Streep wunderbar mit ihrer Schauspielkunst, so amüsant und menschlich ist ihre Darbietung.

Unterstützt wird sie dabei, ebenso gekonnt und überzeugend, von Stanley Tucci in der Rolle des Mr. Child.

Der zweite Handlungsstrang wird von Amy Adams getragen. Auch sie meistert ihre Rolle sehr gut, obwohl dieser Teil des Films weit weniger überzeugt als der Part im Paris der 50er. Der Erzählablauf läuft hier ähnlich wie in der Parallelhandlung: Julie Powell probiert, scheitert, probiert, gewinnt, um dann wieder zu scheitern und so weiter und so fort.

Überraschungen gibt es in JULIE & JULIA keine. Die Inszenierung von Regisseurin Nora Ephron (Verliebt in eine Hexe, Schlaflos in Seattle) ist solide, aber nichts besonders. Sie weiß, dass sie mit ihren Hauptdarstellerinnen das große Los gezogen hat und verlässt sich darauf.

Streep und Adams sind dann auch der eigentliche Grund, weswegen man sich diesen Film ansehen sollte. Hervorzuheben ist ebenfalls die schöne Kameraarbeit, besonders in den Kochsequenzen.

Da kann schon mal der eine oder andere Magen knurren.

7/10 Punkten.

Sonntag, 18. Juli 2010

2012 (USA 2009)

(bildquelle: filmstarts.de)
Inhalt: 2009 entdeckt der Wissenschaftler Dr. Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor), dass die Welt innerhalb von nur wenigen Jahren untergehen wird. Monströse Sonneneruptionen heizen den Erdkern derart auf, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird und die Menschheit deshalb kurz vor der Ausrottung steht. Carl Anheuser (Oliver Platt), wissenschaftlicher Chefberater des US-Präsidenten Wilson (Danny Glover), organisiert derweil streng geheime Maßnahmen für die Zeit nach dem Ende der Welt. (quelle: filmstarts.de)

Es gibt Filme, die mag man entweder oder man hasst sie abgrundtief. Dazwischen gibt es in solchen Fällen nichts. 50/50 also.

Ich zähle mich, was Emmerich's "2012" betrifft, zur zweiten Kategorie. Mit Leib und Seele. Jawohl, ich hasse diesen Film.

"Was hast du denn erwartet?" wurde ich von einer Freundin nach dem Kinobesuch gefragt, als ich gerade auf unflätigste Art und Weise zeterte und wünschte Emmerich und Kumpanen würden die Köpfe zerplatzen für diesen Müll.

Eine wirklich gute Frage.

Erst einmal muss ich gestehen, dass der Trailer zu diesem Film einen Preis verdient, da er es geschafft hat, mich auf dieses Machwerk scharf zu machen, obwohl ich ganz genau weiß, was mich erwartet wenn ich eine Kinokarte für einen Roland Emmerich Film kaufe. Oh ja, dieser Trailer weckte in mir primitivste Sensationslust. Verbunden mit der Hoffnung auf eine spannende, anständig aufbereitete Story voller Herz und Menschlichkeit und überzeugender Charaktere sowie fantastischer Darsteller und atemberaubender Spezialeffekte. Immerhin wird der Weltuntergang thematisiert.

Übertriebender Optimismus oder Naivität? Womöglich beides. Herrje.

Ich arbeite mal nach Punkten ab.

Story: Die Welt geht unter. Familie gerät auf ihrer Flucht in haarsträubende Situationen. Millarden Menschen sterben. Ein paar überleben. Ende.

Sehr überschaubar und einfach. Alles andere als spannend. Die haarsträubenden Situationen, in welche die Pappkameraden/Charaktere geraten, sind das wortwörtlich. Allerdings im negativen Sinn. Logik wird zu 90 Prozent über Bord geworfen. Hauptsache jedes einzelne Bild hat CGI-Effekte. Und pathetisches, sabberndesVaterlandsgejaule gibt es mehr als genug. Aber das überrascht bei einer 180 Millionen Dollar Hollywoodproduktion ja niemanden mehr. Auch nicht mich. Ich wollte es trotzdem mal erwähnen.

Alles plätschert so vor sich hin und versinkt ganz nebenbei im Bombast, der aber einfach nur langweilt. Es ist nichts zu spüren von Apokalypse oder Endzeitstimmung oder auch nur einem Hauch von Angst oder Verzweiflung oder Panik. Es sterben milliarden von Menschen, was an sich erschreckend sein sollte, ja es müsste wohl auch so präsentiert werden. Wird es nicht. Solche Sequenzen verkommen in 2012 zu Demopräsentationen für die Effektfirmen. Garniert wird das Ganze noch mit dümmlichen Witzen und wirklich entsetzlichen Dialogen.

Es ist so furchtbar, dass ich mittlerweile denke, dieses Film ist, im Grunde genommen, eine zynische Komödie und ich bin nur zu blöd, um das zu verstehen.

Charaktere: Gibts keine. Hier hechten nur hohle Zombies von A nach B, sagen dämliche Dinge und gucken blöd.

Ernsthaft, die Art und Weise wie die Charaktere geschrieben sind, ist lächerlich. Niemand, aber auch niemand benimmt sich hier wie ein menschliches Wesen oder macht nachvollziehbare Dinge. Die Handlungen und Taten wirken immer künstlich und falsch.

Es gibt gegen Ende des Films eine Szene in welcher der Partner der Hauptdarstellerin ertrinkt, während sie das mit ansehen muss. Das ist aber nicht so schlimm da John Cusack neben ihr steht. Der ebenfalls mit ihr liiert war. Also wirft sie sich DIREKT nach dem Tod ihres Geliebten, den sie vorhin noch heiraten wollte, John Cusack an den Hals. "Ich liebe dich". Ja, vergiß den Wichser, der gerade ersoffen ist, und den du heiraten wolltest und heirate deinen Ex und vermittle nebenbei ein sehr konservatives Familienbild. Schlampe!

Im Ernst, so benimmt sich doch kein Mensch. Nicht mal in einem Film! Ein wenig Realismus sollte schon vorhand sein, gerade wenn es um die Charaktere geht, die für den Zuschauer ja direktes Bindeglied zwischen Film und Kinosessel sein sollten. Und das war nur ein Beispiel für diese dämlichen Cartoonfiguren.
Darsteller: Nicht der Rede wert. Cusack ist Cusack, alle anderen sehr blass. Woody Harrelson hat für seinen Miniauftritt hoffentlich genügend Geld bekommen. Armer Kerl.

Effekte: Durchwachsen, aber definitiv besser als alle anderen Elemente dieses Films.

Tja. Ich fühlte mich verarscht und in meinem Intellekt beleidigt, als der Film vorüber war. Und ich gebe zu, dass ich das Ganze wahrscheinlich viel zu ernst nehme. Ich schäme mich, dass ich in die Räder dieser abartigen Marketingmaschinerie geriet. Obwohl ich von Berufswegen her besser wissen müsste.

Es ist ja nur ein Film.

Shit happens!

1/10 Punkten.

Demnächst: INCEPTION

Na, das sieht doch interessant aus:



Nach dem Mega-Blockbuster THE DARK KNIGHT kehrt Regisseur Christopher Nolan anscheinend ins Mind-Fuck-Genre zurück. Sehr schön.

Und Leonardo DiCaprio als Zugpferd des interessanten Cast kann nur als positiv betrachtet werden. Ich bin sehr gespannt.

PS: Dieser Blog ist ab sofort wieder aktiv. :)

Freitag, 13. Februar 2009

Wicked! (Deutsche UA 2007)

Anfang November verfasst, jetzt erst geposted: :)

"Neulich hatte ich Urlaub. Im Urlaub bleibt man, meistens, selten daheim. Für 2 Tage waren wir (Michi, Jule und ich) in Stuttgart (die wohl hässlichste Stadt der Welt), um uns das Musical "WICKED" anzusehen.

Jawohl, auch ein Musical passt durchaus in diesen Blog. Hier wird dir schließlich audio-visueller-wahnsinn LIVE auf der Bühne geboten!

Eins vorweg, Musicals mag ich normalerweise nur in Form von Zelluloid oder HDTV. Meistens sind Musicals langweilig, nervtötend, sinnlos, blöd, schwuchtlig, was für emotionale Weiber. Oder überkandidelte Amis.

Aber es gibt auch ein paar Ausnahmen. "Elisabeth" zum Beispiel. Die "wahre" Geschichte von SISSI. Schön düster und abgründig. Wie oft wird Sissi schon als magersüchtige, egoistische Schlampe dargestellt? Schon mal aus diesem Grund ist dieses Musical sehenswert. Leider läuft es seit September nicht mehr in Deutschland. Bloss gut, dass es DVDs gibt. Oder YouTube. ;-)

Doch zurück zu WICKED. Jeder, der Fernsehen guckt und ab und zu mal Pro7 anschaltet, wird im letzten Jahr dutzendfach über einen Trailer gestolpert sein, der eine komische grüne Hexe und einen blonden Bimbo, der auch aus Hugh Hefners Playmate-Villa hätte geflüchtet sein können, beim Singen und Zaubern gezeigt hat.

So eine Scheisse, dachte auch ich anfangs. Naja und nun habe ich mir die vermeintliche Scheisse im Palladium-Theater angesehen.

Erzählt wird hier eine Geschichte hinter "Der Geschichte". "Der Zauberer von Oz" ist vielen ein Begriff. Die Story um die böse Hexe des Westens wird in "Wicked" neu interpretiert und um 180 Grad gedreht.

Eine "Herkunfts-Geschichte" sozusagen.

Und was für eine! Die ach so böse Hexe war eigentlich mal eine Gute, aber wie das Schicksal so spielt... blabla. Scheinbar entstammen alle großen Geschichten der Entertainment-Welt aus Missverständnissen.

Ich will nicht allzu viele Worte verlieren. Das Musical ist sehr gut produziert. Wirkt wie ein epischer Kinofilm, voller Emotionen und großer Schauwerte. Und das allerdings auf einer Theaterbühne.

Was hier an Technik geboten wird, ist atemberaubend. Perfekter Sound. Wirklich schöne Lichteffekte.

Und für mich der Höhepunkt: als Elphaba, die grüne Hexe, während eines mitreissendes Liedes (Frei und Schwerelos) plötzlich FLIEGT. Natürlich fliegt sie nicht wirklich, aber die Illusion, als ob sie fliegen würde, ist täuschend echt. Als Zuschauer sieht man weder, ob die Schauspielerin an Kabeln hängt, oder per (scheinbar unsichtbaren) Lift in die Höhe gezogen wird.

Michi, Julia und ich hatten einen sehr unterhaltsamen Abend.

Und allen Interessierten kann ich nur empfehlen, sich das Musical anzuschauen, so lange es noch läuft.

Hier ein kleiner Vorgeschmack aus "Wetten Dass?":

Montag, 19. Januar 2009

Die Tudors - Staffel 2 (2008) (Serie)

(bild: (c) sony pictures)

"Sagt mir, Boleyn? War es das alles wert?"


Die Geschichte von Heinrich VIII wurde weiter gesponnen und nun endlich auch mal im ollen Deutschland, wo ja scheinbar alles ein paar Jahrhunderte später ankommt, ausgestrahlt. Zur Anmerkung, ich schreibe nicht über die Pro7-Zusammenschnitte sondern über die ungekürzte DVD-Version.

Gleich vorweg, auch die 2. Staffel ist hervorragend produziert. Kostüme, Kameraarbeit, Schnitt, Darsteller, Musik, Ausstattung etc. - alles wirklich erste Sahne. Was die historischen Fakten angeht... nun ja, Michael Hirst als Chefautor hält sich eher an Tatsachen als noch in Staffel 1. Doch echten Geschichtskennern stehen hier und da die Haare zu Berge. Oder sie hauen ihren Kopf gegen die Wand.

Egal, mir ist sowas schnuppe, so fern kreative Freiheit nicht bis zum Äussersten getrieben wird. Heinrich und Konsorten dürfte es so oder so nicht mehr sonderlich interessieren.

Was sich gegenüber der 1. Staffel deutlich gebessert hat, sind die Drehbücher. Gebessert ist der falsche Ausdruck. Auch in der vergangenen Saison waren die Geschichten gut bis sehr gut erzählt. Doch was teilweise fehlte war packendes, gemeines Drama.

In diesem Durchlauf ist davon mehr als genug enthalten. Die Folgen entwickeln einen unheimlichen Sog, sie werden von Woche zu Woche dramatischer und spannender. Selbst wenn man das Ausgehen der Geschichte um Anne Boleyn und Heinrich VIII kennt, ist die Umsetzung ungeheuer mitreißend.

Es konnte ja auch kein gutes Ende nehmen.

Katharina von Aragon, Ehefrau Nummer 1, verlässt den Hof nachdem Heinrich sich zu Gunsten Anne Boleyns von ihr trennte. Er ehelichte Anne, krönte sie zu seiner Königin. Der Boleyn-Clan war damit am Ziel von Macht, Einfluss und guter Titel. Vorläufig.

Doch, so sollte man wissen, eine Königin schuldet ihrem König Nachkommen. Einen Erben, der den Thronanspruch der Sippe sichert und die Blutlinie intakt hält.

Was zählt da ein Mädchen? Nichts. Ein männlicher Nachkomme muss es schon sein. Ah, ungehemmter Sexismus, das waren noch Zeiten! Kleiner Scherz...

Zuerst sieht Heinrich in Anne die ideale Nachfolgerin von Katharina. Im Gegensatz zu dieser alternden, prüden, katholischen Zippe ist die gute Anne Boleyn scheinbar das Abbild von Fruchtbarkeit und Jugend.

Doch letztendlich auch nur eine Frau.

Anne erleidet Totgeburten, bringt, als es mal klappt, ausgerechnet ein Mädchen zur Welt. Die später sehr einflussreiche Königin von England, Elisabeth I. Aber soweit sind wir noch nicht.

Heinrichs Interesse an seiner Königin schwindet mit jedem fehlgeschlagenen Versuch, einen Jungen zu gebären. Er wird launisch, unberechenbar. Irgendwann nervt die Gute nur noch. Ausserdem hat er noch die Reformation und den damit einhergehenden Bruch Englands mit der katholischen Kirche am Hals.

Als Katharina an Krebs stirbt, sieht es so aus, als ob zumindest diese Sorge der Vergangenheit angehört. Aber ein Sohn fehlt. Und Heinrich lässt Anne Boleyn fallen. Die nächste Geburtsmaschine steht bereits vor der Tür: Lady Jane Seymour.

Was unternimmt man wohl, auch heutzutage noch, um sich einem Quälgeist zu entledigen? Man verleumdet und intrigiert möglichst elegant. Ein Komplott wird geschmiedet, dass sich die Schlinge so eng wie möglich um den Hals des Problems legen möge. Und jener schöner Hals macht, nach diversen, haarsträubenden Anklagepunkten wie Hexerei und inzestuösen sexuellen Kontakten, schließlich die Bekanntschaft mit dem kalten Schwert des Henkers.

Ja, ja das klingt mal wieder sehr nach einer Telenovela im Mittelalter-Stil. Aber bitte schön, es ist geschichtlich verbürgt. Immerhin.

Doch die Art und Weise, wie im Falle von Die Tudors, die Schicksalsfäden gesponnen werden, ist sehr beeindruckend.

Die Darstellung von Sein und Nicht-Sein königlicher Liebe, die Gier nach Macht, die wütende Verzweiflung einer Frau, der alle Macht und der Sinn ihrer Existenz genommen wird, ist gelungen und weiß an einigen Stellen sehr zu berühren.

Das Kapitel Anne Boleyn kulminiert in den letzten beiden, sehr dunklen Episoden der Staffel, als ihr Untergang unvermeidbar ist und schließlich eintritt. Die zwei Folgen sind eine Tour-de-Force. Der Zuschauer wird Zeuge des ungeheuerlichen Komplotts gegen Anne, vernimmt ihre Verzweiflung im Tower von London, als ihre Hinrichtung immer wieder aufgeschoben wird. Ein Teil ihrer Familie und Vertrauten wird vor ihren Augen hingerichtet. Ihr machtgieriger Vater will nichts mehr von ihr wissen. Die Tochter, die Ehre und Macht der Boleyns sichern sollte, hat versagt. Und schließlich schreitet sie erhobenen Hauptes auf den Schaffot. Als ob das ihr Schicksal noch abwenden könne. Arme Anne Boleyn.

Und was macht der König? Er erklärt sich als Wiedergeboren. Einem Neuanfang gleich bedeutend. Ding, dong, die Hexe ist tot.

Schauspielerisch wird hier einiges geboten. Jonathan Rhys Meyers ist als Arschloch-König nach wie vor eine Wucht. So viel Leidenschaft und Power, wie er in seine ausgesprochen interessante Rolle steckt, sieht man in TV-Produktionen selten.

Ähnlich sieht es bei Natalie Dormer als Anne Boleyn aus. Sie ist größtenteils umwerfend, besonders in ihren Verzweiflungsszenen. Ob sie nun vor Wut rast, oder den König verführt, oder im Tower auf ihren Tod wartet... Dormer sprüht vor Leben und Charisma. Tragisch ist nicht nur das Dahinscheiden ihres Charakters, sondern auch das damit zwangsläufige Ausscheiden ihrer Person aus der Show.

Besonders gefielen mir auch Jeremy Northam als Sir Thomas More, eines der Opfer der Abkehr Heinrichs von der katholischen Kirche (ein sehr wichtiger Handlungstrang in den ersten 5 Folgen), sowie James Frain als Secretary Thomas Cromwell, der rechten Hand Heinrichs für dunkle Dinge (und Annes Niedergang). Auch hier Überzeugungskraft und Leidenschaft.

Erwähnt werden muss natürlich Peter O'Toole (ich wusste vorher nicht, dass der noch lebt), als Papst Paul III, einem ebenbürtigen Widersacher Heinrichs.

Leider war von Maria Doyle Kennedy als Katharina von Aragon in dieser Staffel nicht mehr so viel zu sehen. Doch wenn sie mal zu sehen war, dann mit gleicher Eleganz und Erhabenheit wie in Staffel 1.

Insgesamt betrachtet ist Staffel 2 der Ersten um vieles überlegen. Sie macht Lust auf mehr, auch wenn die Hälfte der Hauptcharaktere mittlerweile einen grausamen Tod starben.

Aber es fehlen ja noch vier Ehefrauen. Gott, die Armen! ;-)

Mehr davon. Möglichst schnell, bitte.

Montag, 12. Januar 2009

Mamma Mia! (2008)

(pic: filmstarts.de)
Mit ABBA ist das so ein Ding. Sehen die einen in den Kompositionen der schwedischen Band zeitlose Musik voller mitreißender Arrangements, bluten den anderen schon bei der bloßen Erwähnung der vier Buchstaben die Ohren.

Ich ordne mich keiner der beiden Gruppen zu. ABBA-Musik ist für mich… ganz nett. Unaufdringlich, oberflächlich, poppig.

Da ABBA ja so berühmt (und stinkreich) ist, folgte ein Musical, welches seine simple Geschichte über adaptierte und neu-arrangierte ABBA-Titel transportierte und so erfolgreich war (oder noch ist), dass Hollywood zugriff um das Werk auf die Leinwand zu bringen.
Tja, und was ist wohl dabei heraus gekommen? Ich sage es Euch: ein absolut irrer Gute-Laune-Film, der sowohl handwerklich, als auch darstellerisch überzeugen kann.
Ja, wirklich.

Sicherlich, der Östrogen-Anteil des Films liegt bei gefühlten 5000Prozent. Für den einen oder anderen männlichen Kinobesucher ist das Grund genug, MAMMA MIA als dämlichen Weiberfilm ab zu tun, oder sich vorher ordentlich einen hinter die Binde zu kippen, sollte die Freundin darauf bestehen, sich gemeinsam mit ihm den Film zu Gemüte zu führen.
Sieht man darüber hinweg, bieten sich dem Zuschauer 100 Minuten mitreißende, witzige und durchaus charmante, wenn auch äußerst seichte, Unterhaltung. In harten Zeiten wie diesen (gähn) eine schöne Flucht aus dem Alltag.

Hauptattraktion sind neben der Musik natürlich die Darsteller. Meryl Streep, Christine Baranski und Julie Walters, ich nenne die betuchten Damen mal das Trio Infernale, liefern wahre Glanzleistungen ab. Besonders Streep zeigt die ganze Bandbreite ihres Könnens. Von infantilem Witz bis zu erwachsener Midlife-Crisis darf sie alles zeigen.

Was ihre Gesangsnummern betrifft muss ich MAMMA MIA und THE WINNER TAKES IT ALL hervorheben. Streep lebt förmlich Text und Musik. Sei es der alberne, körperbetonte Witz von Mamma Mia, oder die Dramatik von Winner Takes It All, Meryl haut mächtig auf die Pauke. Ich gehe sogar soweit und behaupte einfach, mit einer anderen als ihr in der Rolle der Donna hätte der Film nicht funktioniert.

Ich merke schon, ich vergesse die anderen zwei Drittel des Trios. Christine Baranski ist in ihrer Paraderolle als saufendes, männermordendes Weib zu sehen, während Julie Walters die schrullige Mittfünfzigerin gibt. Beide stehen Streep in nichts nach, was die Insbrünstigkeit ihrer Darstellungen angeht.

Amanda Seyfried als Streeps Filmtochter Sophie ist einfach nur niedlich. Sie hält mit den anderen Damen locker mit.

Etwas weniger gut kommen die Männer weg. Von Colin Firth mal abgesehen, kann keiner der Kerle wirklich singen. Vor allem Pierce Brosnan liegt ziemlich daneben. Aber selbst das wird durchgezogen und entwickelt mit der Zeit einen ganz eigenen Charme. Witzig ist es sowieso. Ob nun unfreiwillig oder nicht muss jeder selbst entscheiden. Es spielt nicht wirklich eine Rolle, ist auch kein Kritikpunkt, sind doch die männlichen Charaktere nichts weiter als stereotype Schablonen.

Die Gesangsnummern sind in den meisten Fällen gut umgesetzt. Mir persönlich gefielen MAMMA MIA, DANCING QUEEN und THE WINNER TAKES IT ALL am besten. Die erste aufgrund Streeps komischen Talents, die zweite wegen des Aufbaus und mitreißenden Tempo und die dritte erneut wegen Streep, die hier aus diesem melancholischen Song etwas ganz eigenes, wunderbares macht.

Gedreht wurde der Film teilweise in Griechenland. Die Aufnahmen rund um Donnas Hotel allerdings entstanden gänzlich im Studio. Das sieht man leider auch, da die vermeintlichen „Außenaufnahmen“ sehr unecht wirken und in einigen, wenn auch wenigen, Einstellungen die Darsteller vor einem offensichtlichen Bluescreen standen. Da wurde etwas geschlampt, finde ich.
Ansonsten stimmen die Produktionswerte absolut.

Für alle die leichte, lustige und entspannte Filme mögen, sei Mamma Mia von ganzem Herzen empfohlen.

8/10 Punkten.

Montag, 10. November 2008

Die Wolke (2006)


(poster by: filmstarts.de)

Inhalt: Hannah, eine durchschnittliche 16 jährige Schülerin, lebt in Schlitz, einer kleinen Stadt nahe Fulda, Hessen. Sie geht in die Schule, ergibt sich ihrer Pubertät und verliebt sich unerwartet in einen Mitschüler. Alles könnte so schön sein, wenn nicht ausgerechnet im Atom-Kraftwerk ein paar Kilometer entfernt, eine schwere Fehlfunktion auftreten würde. Allein zu Hause mit ihrem kleinen Bruder Uli, sieht sie sich plötzlich einem gnadenlosen Überlebenskampf ausgesetzt. Mit Folgen...

Oh, ein deutscher Katastrophenfilm! Es ist gleich mal an zu merken, dass sich meine Begeisterung bei solchen Themen sehr in Grenzen hält - jedenfalls, wenn sich die deutsche Filmindustrie darum kümmert.

Seien wir doch mal ehrlich, was die Schauwerte angeht, liefern die Amis da mit ihren fetten Budgets sicherlich mehr ab. Da kracht und knallt es an allen Ecken und mindestens die halbe Menschheit verliert dabei ihr Leben (im Film, nicht beim Zuschauen).

Entsprechend niedrig waren meine Erwartungen, als ich irgendwann im Jahre 2006 diesen Film im örtlichen Multiplex aufsuchte (waren auch nur 12 andere Zuseher da - sehr angenehm).

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch, das, laut Autorin, Ende der 80er Jahre entstand und extrem vom Tschernobyl-Unglück beeinflusst wurde. Was man auch merkt.

Natürlich kannte ich das Buch nicht, schließlich lebten wir damals noch in der DDR und die hatte zum Tschernobyl-Desaster ihre eigene Einstellung. Meine Eltern wunderten sich bestimmt über die abartig großen Pilze, die plötzlich im Wald wuchsen und warum es keinen Kopfsalat mehr zu kaufen gab.

Okay, geschmackloser Scherz beiseite.

Was mir im Kino geboten wurde, als sensationslüsterner Zuschauer betrachtet, hat mich dann auch zutiefst befriedigt. Ich gebe zu, auf der Leinwand schaue ich mir Massenpanik und das Verrecken tausender Menschen gerne an, wenn der Unterhaltungswert stimmt. Bieten mir N24 oder die Tagesschau solche Bilder, schalte ich lieber um. Die Fantasie ist doch reizvoller als die Realität. Womöglich bin ich normaler, als ich dachte...

"Die Wolke" punktet besonders in der Präsentation der Katastrophe. Eingeläutet wird das herankriechende Grauen durch eine tolle Sequenz, in der plötzlich eine hässlicher Alarmton in der Stadt ertönt. Von den Charakteren erst als Übung (wie bei den Feuerwehrsirenen) abgetan, übernimmt im Film plötzlich die Tongestaltung die Oberhand und läßt dieses Alarmgeräusch dank eines wirklich schönen Sounddesigns, den Kinogänger bis ins Mark erschaudern.

Und dann bricht die Panik los. Das Radio brabbelt Katastrophenmeldungen. Die Leute fliehen in Scharen und vollkommen Kopflos, als angekündigt wird, dass sich die radioaktive Giftwolke auf die beschauliche Kleinstadt zu bewegt. Alle wollen nur noch fliehen und jeder ist sich in diesem Moment selbst der Nächste.

Eine Szene zeigt die Erstürmung des Bahnhofes in Bad Hersfeld durch die Bevölkerung. Mit hunderten Statisten gedreht und aufregend inszeniert. Wen diese Sequenz kalt läßt, der hat kein Herz, finde ich.

Mitten drin ist Hannah. Sie verliert auf der Flucht ihren süßen, kleinen Bruder (in einer abartigen Szene, die das Motto "jeder ist sich selbst am Nächsten" beeindruckend und ebenso grausam wiedergibt). Hannah ist gelähmt und gibt auf. Mit Konsequenzen.

Findet sich auf einer Krebsstation wieder, wo sie erfährt, dass Die Wolke ihren Körper vergiftet hat. Und nun muss sie lernen damit klarzukommen.

Sicherlich sind die Charakterzeichnungen nicht die Stärke des Filmes. Da wirkt vieles stereotyp. Gerade Hannahs Freund, Elmar, wie er sich in der zweiten Hälfte der Geschichte aufopfert, als ob es kein Morgen gäbe.

Andererseits sind die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar, seien Selbige auch noch so zweidimensional. Ob sie nun durch Liebe angetrieben sind, oder nacktem Überlebenswillen. Es funktioniert auf einer sehr simplen Ebene.

Es tragen besonders auch die guten bis sehr guten Darsteller positiv dazu bei. Die Heldin wird gespielt von Paula Kahlenberg, einer wirklich Süßen, die aus dem Stoff das Beste herausholt und die Sympathien der meisten Zuschauer auf ihrer Seite hat. Auch der Darsteller des kleinen Uli ist herzzerreißend. Gerade aufgrund seiner recht kurzen Spielzeit. Mehr verrate ich nicht, was ihn angeht.

Die Spannungskurve fällt leider nach den aufregenden ersten 60 Minuten steil bergab. Ein Action-Fan pennt spätestens bei den Szenen in der Krebsstation ein. Der intelligentere, oder auch empathischere Zuschauer, hält sicherlich durch, wenn er gewillt ist, sich durch die schablonenhafte Charakterisierung der Rollen zu schneiden.

Ansonsten stimmen die Schauwerte und die Machart sowieso.

Falls es in Deutschland jemals zu einem vergleichbaren Unglück kommen sollte, zeigt dieser Film recht realistisch, wie der Otto-Normal-Verbraucher reagieren würde.

Da vergesse ich mal die Stereotypen und vergebe 8/10 Punkten.

PS: Der Autor des Filmes, Marco Kreuzpaintner, zeigt dann im Jahr 2008 mit "Krabat" (als Regisseur), was er wirklich drauf und mit "Die Wolke" nur andeuteten konnte.

Aber dazu später. :)

Sonntag, 9. November 2008

Sex and the City (2008)

(bildquelle: filmstarts.de)

Inhalt: Kinoausflug der berühmten HBO-TV-Serie um Carrie, einer modegeilen Schriftstellerin und ihren 3 Freundinnen Samantha (Managerin & Nymphomanin), Miranda (Mutti & Anwältin, denke ich) und Charlotte (Mutti & weiss ich nicht).

Nun wurde also auch die von scheinbar 10 Milliarden (meist weiblichen) Menschen heißgeliebte Fernsehserie ins Kino gehievt. Mit Erfolg?

Finanziell auf jeden Fall. Kreativ? Tja, da bin ich unschlüssig. Um ehrlich zu sein weiss ich nicht so recht, was ich von diesem Film halten soll. Im Fernsehen hat die Serie gut funktioniert. 25 Minuten pro Folge Eskapaden der 4 Frauen in New York City. Recht oberflächlich zwar, aber durchaus nicht ohne Charme und Witz.

Im Kino werden diese kleinen Episödchen auf zweieinhalb Stunden gedehnt. Jede Figur hat ihre kleine Geschichte. Die sich aber nicht wirklich treffen und einen Zusammenhang ergeben. Im Vordergrund stehen selbstverständlich Carrie und ihre bevorstehende Hochzeit mit Mr. Big. Der Rest geht sang- und klanglos unter.

Hier und da sind ein paar hübsche Gags versteckt. Kim Catrall als herlich vulgäre Samantha stiehlt allen die Show. Aber das war auch in der Serie schon der Fall.

Ansonsten bietet der Film nichts wirklich interessantes. Weder von der Machart noch sonst was.
Langeweile macht sich breit.

Ich habe den Film gestern erst gesehen und woran ich mich heute noch erinnern kann sind:

A) eine mit Sushi bedeckte, nackte Samantha auf ihrem Küchentisch liegend
B) ein höckerndes Hündchen
C) Carries abartiger Modegeschmack.

3/10 Punkten.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Der Baader Meinhof Komplex (2008)

(bildquelle: filmstarts.de)
"Auf Worte müssen Taten folgen."

So in etwa heißt es an einer kritischen Stelle der neuesten Bernd Eichinger Produktion.

Die Hochzeit der RAF, gern auch als "Der Deutsche Herbst" bezeichnet, ist wohl nicht gerade eines der ruhmreichsten Kapitel der deutschen Geschichte. Besonders die 70er Jahre gingen als Zeitalter des Terrors in hiesige Geschichtsbücher ein. Und Schuld daran waren ein paar Revoluzzer, die mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und mit aller Macht die Gesellschaft verändern wollten. Koste es was es wolle.

Der Staat sollte sozialer werden. Die Arbeiterklasse sollte in den Vordergrund rücken. Die fetten Bonzen sollten alle verrecken. Ob durch die Rache der Arbeiterschaft, oder durch ein paar Kugeln aus Brigitte Mohnhaupts MG, sei dahin gestellt.

"Der Polizist, das Schwein!"

1968, die Zeit der Studentenunruhen. Ulrike Meinhof, erfolgreiche SPIEGEL-Kolumnistin, verfasst einen offenen Brief an die Frau des persischen Schah. Sie prangert darin deren aufwendigen Lebensstil an, während das persische Volk verhungert und Regimegegner gefoltert werden.

Eine Demo gegen den Schah und seine Frau in Berlin. Bevölkerung und Studenten protestieren gegen oben genannte Doppelmoral. Ein Bus voller iranischer "Vorzeigestudenten" wird vor den Augen der Demonstranten ausgekippt. Sie beten "ihren" Schah an. Lassen ihn hochjubeln.

Chaos bricht aus. Die Iraner gehen auf die Gegendemonstranten los. Verkloppen sie auf brutalste Weise.

Die Polizei greift nicht ein.

Die Demonstranten wehren sich. Im Nu rücken Hundertschaften von Polizisten an und verkloppen die sich wehrenden Demonstranten. Der Student Benno Ohnesorg wird von Polizisten erschossen.

Rudi Dutschke hält seine berühmte Rede gegen den Vietnamkrieg in einer Berliner Uni. Kurz darauf wird er von einem Neonazi-Bübchen angeschossen und so schwer verletzt, dass er bleibende Schäden davon trägt.

"Der Baader-Meinhof Komplex" zeigt diese Ereignisse in beeindruckenden und sehr brachialen Szenen. Die Gewalt ist roh und ungeschönt. Als Zuschauer ist man darin gefangen und klammert sich vor Schrecken an den Lehnen seines Kinosessels fest.

Und man ergreift Partei. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Für die Opfer der eben gezeigten Staatsgewalt. Was denken die scheiss Bullen sich? Lassen Täter wallten, werden gar zu solchen, und malträtieren Unschuldige!

Was einem da präsentiert wird, diese Zeit der Revolte und des Umbruchs, ist heute gerade für jüngere Menschen schwer nachvollziehbar. Heutzutage geht man nicht mehr auf die Straße um sich Gehör zu verschaffen. Nein, man schreibt seine Wut in Internet-Bloggs nieder, in der Hoffnung, dass irgend jemand diese Gedanken liest und interpretiert. Oder man verprügelt Opas in der U-Bahn. Tja, oder man verschwendet keinen einzigen Gedanken an irgend etwas. Und Polizisten? Die verprügeln keinen mehr, die können sich in ihrer schußsicheren Weste eh kaum bewegen.

Übertreibe ich? Wahrscheinlich masslos. Oder?

Die Intellektuelle, Ulrike Meinhof, knüpft schon bald Kontakt zu Andreas Baader und Gudrun Enslin, sowie deren Bande. Baader und Enslin wollen Änderung in der einschläfernden, von alten Nazi-Größen (könnte man denken) regierten BRD. Sie haben den Vietnamkrieg satt und Kapitalismus ist eh die größte Sauerei auf Erden. Und die Isrealis sind "Schwanzlutscher" weil sie Palästina besetzen!

Und die Bande plant. Still und heimlich. Größere Sachen.

Sie wollen eine Revolution auslösen. Sie lassen sich im mittleren Osten zu Kämpfern ausbilden. Im Jahr 2008 nennt man sowas "Terror-Camps."

Die Bande verübt aus Protest Brandstiftung. Gegen den Kapitalismus.

Sie begeht Banküberfälle. Um Mittel auf zu bauen, für ihren Kampf. Gegen den Kapitalismus.

Bald zünden sie Bomben. Gegen die Amerikaner. Aus ihrer Sicht die Auslöser. Die Wurzel alles Bösen.

Und mehr und mehr gehen unschuldige Menschen drauf. "Collateral-Schäden" nennt man das im 21. Jahrhundert (danke Osama).

Die Gruppe der Aufständischen wird größer. Die Gruppe zersplittert. Die großen Taten werden dilletantischer, weil von kaltem Hass geprägt.

Baader wird verhaftet. Baader, obwohl noch am Leben, hat bald den Ruf eines Märtyrers. Er ist der unumstrittene Anführer. Das Alpha-Männchen, das es zu befreien gilt. Und für Befreiung in den Köpfen der Gruppe sorgt.

Ulrike Meinhof, Meisterin der Worte, steht während der Befreiung Baaders aus seiner Haft, an der Kreuzung zwischen Wort und Tat. Sie wählt die Tat und damit die Illegalität. Ihren Worten folgen Handlungen. Und Konsequenzen. Denn die RAF der 1. Generation wird verhaftet.

Scheinbar haben jene, die Worten Taten folgen ließen, die Kontrolle über ihr Handeln verloren. Doch ihr Geist ist nicht gebrochen. Gegen das System handeln sie sowohl in der Gefängniszelle als auch vor der Obrigkeit. Selbst hier sind Taten mehr wert als trockene Worte. Hungerstreik ist angesagt. Opfer in den eigenen Reihen werden gebracht.

Und Blutzoll ist angesagt. Denn die, welche nach den "Schöpfern" (Meinhof, Baader, Enslin etc) kamen, fackeln nicht lange. Sie schießen ihre Ansichten in die Köpfe derer, die sie hassen. Sie wüten und hoffen auf das, was niemals kommen wird: Das Ziel.

Das Ziel verpufft schon bald. So wie ein Furz unter der Bettdecke, mal blumig ausgedrückt.

Baader, Enslin, Meinhof und die anderen entziehen sich ihrer Verantwortung gegenüber den Vielen durch Selbstmord, als sie erkennen, was sie wirklich erreicht haben: Nichts.

Die Eine baumelt schon bald, mit der Schlinge um den Hals, von ihrer Gefängniszellendecke. Der Andere pustet sich das Hirn raus. Suizid ist niemals kreativ.

Und die, die übrig blieben in einem undefinierten Kampf gegen die Existenz der Vielen?

Sie blieben heulend und jammernd zurück. Nix erreicht, nix gekonnt. Nur Scheisse gebaut. Scheisse klebt und stinkt und ist unangenehm. Ob in der Hose oder im Hirn, was solls. Schlecht ist es und am Ende kuckt man es sich an und spült es herunter. Mit ein paar Spuren sicherlich, schaut man mal in den Geschichtsbüchern unter "Deutscher Herbst" nach.

"Hört auf sie so zu sehen, wie sie nicht waren."

Brigitte Mohnhaupt sagte dies angeblich, als die Kacke wirklich am Dampfen war und der Protest mit der Entführung der Lufthansamaschine und dem Mord an Markus Schley sein unrühnliches Ende fand.

Helden, die keine waren. Personen, die bis heute polarisieren. Eine ganze Generation voller Ideen, die auf dem Papier oder im Alkoholrausch gut aussahen, doch zum Schluss nur eine Blase aus heißer Luft waren.

"Der Baader Meinhof Komplex" polarisiert genauso wie ihre handelnden Personen. Andreas Baader, die anscheinend so coole Sau, wird als arroganter Wichser dargestellt. Moritz Bleibtreu orientiert sich genau daran und fällt beim Zuschauer von anfänglicher Sympathie in Unverständnis.

Gudrun Enslin, gespielt von der wirklich großartigen Johanna Wokalek, entpuppt sich als egoistische Zicke, die die Meinung anderer nicht gelten läßt.

Und die scheinbare "Heldin" des Filmes, Ulrike Meinhof, dargestellt von der absolut hervorragenden Martina Gedeck, verliert sich in den zweifelhaften Taten ihrer durchaus rühmlichen Worte. Martina Gedeck wird mit Sicherheit ein paar Preise für ihre Darstellung gewinnen. Sie spielt nuanciert. Auch sie hat die überlieferten Worte der Ulrike Meinhof in Taten umgesetzt. Wirklich großartig!

Auch Bruno Ganz, jedem bekannt als Adolf Hitler aus "Der Untergang", liefert ein sehr detailgetreues Portrait des BKA-Mannes Horst Herold ab.

Die Machart des Filmes orientiert sich an Dokudramen. Wirkt in jeder Hinsicht realistisch, sei es die Darstellung von Gewalt, oder auch nur die Rekonstruktion verschiedener Ereignisse der jeweiligen Epoche der deutschen Geschichte.

Großes Lob an Regisseur Uli Edel und Bernd Eichinger für sein halbwegs gut recherchiertes Drehbuch.

Dem Film gelingt der Spagat zwischen der Darstellung der Faszination einer Rebellion und den daraus resultierenden menschlichen, sowie gesellschaftlichen Abgründen. Der Film bleibt neutral und überläßt dem Zuschauer sein Urteil.

Veränderung in fest verankerten Systemen wurde seit jeher durch Gewalt erreicht. Sei es die französische Revolution oder die sogenannte Befreiung des irakischen Volkes. Ich bin der Meinung, selbst die Wende 1989 wäre nicht so friedlich verlaufen, wäre diese "Friedliche Rebellion des Volkes" nicht durch das "Pro-Wiedervereinigung"-Klima (ich meine Kohl, Gorbatschow, nicht die DDR-Regierung) in der damals herrschenden Politik absolut begünstigt gewesen. Ohne diese Tatsache wäre Blut geflossen.

Der Mensch mag ein Individuum sein. Er mag scheinbar eigenständig denken und handeln. Er hat Ideen und Ideale.

Doch kommt ein zweiter Mensch hinzu, verändern sich diese. Und ein dritter und vierter...

Verschiedene Interessen für die gleiche Sache müssen unter einen Hut gebracht werden. Verschiedene Meinungen prallen aufeinander. Das Ziel des Einen ist niemals das Ziel der Vielen. Ein Kompromiss entsteht. Und ein Kompromiss hat Nachteile für diesen und Vorteile für jenen.

Und keiner ist zufrieden.

"Der Baader Meinhof Komplex" - 10/10 Punkten.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

WALL-E (2008)

(bildquelle: filmstarts.de)
Ah, Animationsfilme sind so eine Sache. Heutzutage erscheinen die zuhauf in den örtlichen Kinos und in den meisten Fällen sind sie auch recht lukrativ, mal finanziell betrachtet.

Qualitativ überdauern die Wenigsten in den Gedächtnissen der Kinogänger. Von meinem Standpunkt aus betrachtet, erinnere ich mich nur noch an "Findet Nemo", "Shrek 1", "Die Rotkäppchen-Verschwörung", "Toy Story 1" (der Erste seiner Art) und natürlich "Ratatouille."

Ich bin kein großer Fan von "Ice Age" oder den anderen "Shrek"-Teilen. "Madagascar" war hübsch, aber, naja, belanglos. Bei anderen Animationsfilmen wie "Ab durch die Hecke" oder "Bee-Movie" habe ich mich schlicht geweigert, ins Kino zu gehen.

Was Live-Action Filme an Originalität missen lassen... tja, das trifft auf viele Animationsfilme auch zu.

Und da komme ich schon zu WALL-E. Dem neuesten Film aus der PIXAR-Schmiede. Dieses Studio bringt ja nun fast jährlich einen neuen Film raus. Diese Filme werden, dank des guten Rufes von PIXAR, meistens gleich als "Meisterwerke" gehandelt. Kritiker lieben PIXAR. Zuschauer anscheinend auch, da die Filme ordentlich Geld scheffeln.

Aber pro Jahr 1 Film? Hallo, das klingt nach Fließbandarbeit.

Vielleicht erstmal kurz was zum Inhalt:

Wall-E, ein kleiner Roboter, ist der Einzige überhaupt, der noch auf der Erde verweilt. Nach Überbevölkerung und zunehmender Umweltverschmutzung, haben die Menschen, irgendwann in ferner Zukunft, die Erde einfach verlassen. Wall-E verbringt seine Tage damit, den Dreck wegzuräumen. Er baut riesige Mülltürme. Wühlt hier und da rum und entdeckt ab und zu Relikte der Menschen, die er, sofern sie ihm interessant genug vorkommen, einsammelt und in seinem "Haus" lagert. So wird er immer menschlicher. Und sehnt sich nach einem Begleiter.
Und da kommt die "Sonde" Eve ins Spiel.

Mehr verrate ich nicht.

Der Film ist, technisch betrachtet, unglaublich gut umgesetzt. Die Animation wirkt fotorealistisch. Seien es Wall-E, oder Eve, oder riesige Müllberge - es sieht äußerst echt aus. Hut ab, liebe gestresste Animatoren!

Aber die Geschichte...

...ist ebenso wunderbar! :-)

Im Kern handelt sie von Menschlichkeit. Von Authentizität. Von Gefühlen. Von Herkunft und Bestimmung.

Vielleicht erscheint diese Tatsache etwas simpel. Aber ein guter Film muss nicht unbedingt eine komplexe Geschichte erzählen, um zu fesseln. Emotion und Umsetzung zählt. Und diese Fakten treffen auf Wall-E durchaus zu.

Der kleine Roboter wird dargestellt wie der nette, kumpelhafte Typ von nebenan, dem man einfach nicht böse sein kann, egal was für Mist er auch anstellt. Wall-E entpuppt sich als Träumer. Er sehnt sich nach einem Kumpel. Mit dem er abhängen oder einfach nur Spass haben kann. Aber bei dem er sich auch sicher ist, dass der eine dem anderen ein gewisses Grad an Loyalität entgegen bringt.

Eve, die hübsche Sonde, die im entfernten Sinn an einen iPod erinnert (da zwinkere ich mal dem Apple-Chef zu, der ja ein paar Anteile an PIXAR hält *zwinker*), erfüllt seine Träume. Wall-E ist nicht mehr allein. Und hat jemanden, um den er sich kümmern kann. Und seine Gefühle werden erwidert.

Ist doch egal, ob nun zwei Roboter im Mittelpunkt der Geschichte stehen, oder zwei Menschen. Die Figuren funktionieren durch ihre Umsetzung und die sehr menschlichen Verhaltensweisen. Es sind kleine Gesten oder Geräusche, die dies vermitteln. PIXAR könnte wahrscheinlich auch die Liebesgeschichte zweier Erasco-Bohnenbüchsen ebenso gekonnt in Szene setzen. Und das ist durchaus als Kompliment gemeint.

Zu jeder Zeit fiebern wir als Zuschauer mit den beiden Blechbüchsen während ihrer Abenteuer mit. Und sind emotional gerührt.

Die deftige Sozialkritik dieses Filmes gerät dabei fast ins Vergessen. Menschen werden in WALL-E als fette, auf Maschinen angewiesene und äußerst faule Wesen dargestellt.

Da trifft die Faust ins Auge, denn was wäre denn die menschliche Rasse denn ohne ihre geliebte und gleichzeitig verhasste Technologie. Mein Gott, die ganze Welt funktioniert heutzutage doch nur dank Computer. Das solcher Fortschritt irgendwann mal jeglichen Instinkt, der uns (noch) antreibt, auslöscht oder zumindest vermindert ist nicht so abwegig. Ich denke da an diverse Praktikanten, die ich erleben durfte, die nicht mal mehr ihren eigenen Namen fehlerfrei schreiben konnten. Weil sie nur noch dieses beschissene SMS-Kauderwelsch mit all seinen Abkürzungen etc. im Kopf hatten.

Es soll Leute gegeben haben, die einen Herzinfarkt erlitten, als ihr Auto kaputt ging.

Im Film sind die Maschinen, dank der Menschlichkeit die sie durch menschliche Relikte erlangten, eben die Retter der Menschheit.

Sehr ironisch.

WALL-E amüsiert, geht ins Herz und lädt vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken an.

Den Film sollte man gesehen haben.

Donnerstag, 18. September 2008

In eigener Sache (Drama, D, 2008)

Ja, mein Blog ruht gerade etwas. Aus dem einfachen Grund, da ich momentan keine Zeit habe, um mich um ihn zu kümmern. Der Arme. ;-)

Hinter mir liegt gerade die Produktion zur sehr strapaziösen 5. Staffel unserer Sommerserie "Hitzefrei Auf Tour". Parallel dazu habe ich an der nicht minder anspruchsvollen DVD-Produktion "Meissen - Die Faszination einer Stadt" gearbeitet, die seit gestern abgeschlossen ist. Nächste Woche beende ich die Arbeit an einem Film über die Sächsische Winzergenossenschaft. Gleichzeitig produziere ich einen Werbefilm für die Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhain eG. Danach folgt eine neue Werbeproduktion für die Sparkasse Meißen. Parallel dazu drehen wir mindestens 3 Filme über die Kandidatinnen zur Sächsischen Weinkönigin 2008/2009. Und anfang Oktober produzieren wir noch eine Mini-Staffel mit Britta Riester und Wieland Wagner im Rahmen der Hitzefrei-Reihe, nur dieses Mal für die Zeit der Herbstferien in Sachsen.

Naja, und nebenbei kommt noch das ganze tägliche Zeugs und kleinere Produktionen.

Das Schreiben fällt mir daher zur Zeit etwas schwer. Ich ersehne meinen Urlaub Ende Oktober. ;-)

Demnächst erscheinen hier meine Gedanken zu "Der Sternwanderer", "Persepolis", "The Dark Knight", "WALL-E", "Der Baader-Meinhof Komplex" und andere.

Aber vorerst widme ich meine (schwindende) Kreativität oben genannten Produktionen. Das wahre Leben hat nun mal Vorrang.

Leider.

Man liest sich. :-)

Freitag, 22. August 2008

10.000 B.C. (2008)

(bildquelle: filmstarts.de)

Der Inhalt ist schneller erzählt, als ein Mammut furzt:

10.000 Jahre vor der Zeitrechnung: Der Jäger und Sammler D'Leh erobert der Herz seiner Angebeteten, Evolet durch seinen Mut während einer Mammut-Jagd. Alles könnte so schön sein, aber am nächsten Morgen werden Evolet und andere Mitglieder ihres Stammes von Jägern einer fremden, bösen Hochkultur entführt, um als Sklaven für diese zu schufften. D'Leh und ein paar andere verfolgen die Entführer und ihre Opfer. Dabei geraten sie in eine vollkommen neue und weit, weit entfernte Zivilisation. Und müssen diversen Gefahren strotzen sowie ihren Mut beweisen, um ihre Lieben zu befreien...

Gott, was für ein hundsdummer Inhalt! Gott, was für ein dünnes Drehbuch!

Dieser Film, im März 2008 auf Geldjagd geschickt, musste sehr viel Kloppe einstecken. Sowohl von Kritikern, als auch vom Publikum. Wahrscheinlich haben die meisten erwartet, hier eine ansprechende Verfilmung über das Leben eines Stammes gutaussehender Mammut-Jäger zu sehen.

Selbst der Dümmste hätte es beim Blick aufs Filmplakat, und besonders beim Erhaschen des Namen "Roland Emmerich" unter "Regie", besser wissen müssen.

Herr Emmerich steht nicht unbedingt für anspruchsvolle Filme. Oder für eine komplexe, ausgefeilte Geschichte.

Herr Emmerich ist der Blockbuster-Mann! Der könnte selbst Leben und Tod von Christina, der Eintagsfliege, aufregend auf die Leinwand bringen.

Mit anderen Worten: was hier geboten wird, ist inhaltlicher Dreck, rasant umgesetzt, gespickt mit sehr netten Computeranimationen, viel zu schönen Schauspielern und ein bisschen Emotion.

Also ein 0815-Hollywoodfilm. Naja, und das weiß man doch vorher, wenn man in seinem Leben mehr als 3 Filme gesehen hat und den Namen des Regisseurs (der ja nun mal nicht SO unbekannt ist) hört. Und der Trailer zum Film suggeriert auch nicht mehr, als hier enthalten ist.
er sagt: Action! Action! Action!

Sicherlich ist Action! nicht zwangsläufig mit einem intelligenten Plot verbunden. Erst recht nicht, wenn Urmenschen auf Mammuts herumspringen, als würden physikalische Gesetzte für sie nicht gelten. So zeigt es auch schon der Trailer.

Es ist nun mal ein Film.

Fantasy, um genau zu sein. Da suche ich nicht nach Realismus. Nicht die Spur.

Bemängelt wurden von Kritikern und Publikum besonders die inhaltlichen, weil unrealistischen, Zeitsprünge. Der Film beginnt in einer eisigen Berglandschaft, vermutlich die letzte größere Eiszeit. Mammuts gelten als Delikatesse (sie sind ja offensichtlich auch schwer zu fangen). Und eine hellsichtige Stammesälteste, die in die Zukunft sehen kann, gibts auch.

Während der Verfolgungsjagd finden sich die Helden plötzlich in einer Dschungellandschaft wieder, in der riesige, vogelähnliche "Hühner" hinterfotzig auf Beutejagd (unsere Helden) gehen. Die erinnern aber nun mal bisschen an Dinosaurier. Achja, und Säbelzahntiger hüpfen auch herum.

Tja und das Finale bietet auf einmal ein Volk, das an die Hochkultur der alten Ägypter angelehnt ist. Mit Pyramidenbau, Sklaven, Gottähnlichen Herrschern und dem ganzen Gezappel.

Fantasy ist nun mal das, was das Wort verspricht: Fantasie. Utopie. Hirnmüll, was auch immer.

Aber zu keinem Moment will ein Fantasyfilm dem Zuschauer die Realität präsentieren. Weder die historische Realität, noch die alltägliche.

Es wird eine komplett fiktive Geschichte, in einer fiktiven Welt erzählt. Ob sich eine Fantasygeschichte dabei Elemente aus der realen Welt ausborgt (Mammuts, Pyramiden), ist egal. Der Kontext, in welchem das Werk präsentiert ist, endet immer im fantastischen.

So auch hier. Letztendlich erzählt der Film eine sehr simple Geschichte über Liebe und Zusammenhalt, angesiedelt in einer scheinbar prähistorischen Umgebung.

Mehr nicht.

Die Mammuts und Pyramiden, sowie bösartigen "Riesenhühner", sind simple Schauwerte, die so eine dünne Geschichte aufregend gestalten sollen.

Betrachtet man den Film aus solch einem Winkel, ist er wahrscheinlich auch erträglicher.

Mir hat er jedenfalls ganz gut gefallen. Ich bin nicht vor Aufregung vom Sessel gefallen, noch war ich baff, was die inhaltlichen Wendungen angeht.

Er ist schön anzusehen, die Helden sind symphatisch und die Umsetzung ist spannend.

Also pure "Gib-dein-Hirn-an-der-Tür-ab"-Unterhaltung. Reicht locker für einen Filmabend mit den Kumpels.

7/10 Punkten.

PS: Ich frage mich ernsthaft, warum Filmkritiker heutzutage oder überhaupt im Film und Fernsehen Realismus erwarten...

Die Schwester der Königin (2008)

(bildquelle: filmstarts.de)

Auf der DVD-Hülle steht hinten kurz der Inhalt drauf. Wie schön, wenn man keinen Bock hat, sich was aus den Fingern zu saugen, einfach abtippen:

"Die Schwester der Königin erzählt die Geschichte der schönen Geschwister Anne und Mary Boleyn, zu einer Zeit, in der in Europa Geschichte geschrieben wurde. Getrieben vom blinden Streben ihrer Familie, kämpfen die Schwestern um die Liebe zum attraktiven wie leidenschaftlichen König Heinrich VIII. Während sich letztlich beide das Bett des Königs teilen, kann nur eine den Thron erklimmen. Für eine stürmische Regentschaft, die schon nach kurzer Zeit ihr tragisches Ende nimmt... durch das Schwert des Henkers."

Der Film basiert auf dem Buch "The Other Boleyn Girl" der Autorin Philippa Boyen. Steht im Buch eher der Charakter der Mary Boleyn im Vordergrund, legt der Film sein Hauptaugenmerk eher auf Anne Boleyn. Also die, die nach erfolgreichem Beischlaf mit Heinrich VIII zur Königin wurde.

Wenn auch nur für Tausend Tage. Aber immerhin.

"Die Schwester der Königin" glänzt vor allem durch oberflächliche Schauwerte. Da haben wir zum einen tolle Kostüme und Kulissen. Und nicht zu vergessen, zwei der schönsten Schauspielerinnen, die es momentan gibt: Natalie Portman und Scarlett Johansson (Oh Scarlett!).

Die Mädels sind in jeder Szene äußerst vorteilhaft in Szene gesetzt. Ob durch Wiesen und Wälder spazierend. Ob durch ein Schloß huschend. Ob mit Rotz und Wasser besudelt... Natalie und Scarlett sehen IMMER toll aus.

Wo wir auch schon beim Thema wären...

Inhaltlich erinnert das Ganze an eine Seifenoper. Und zwar zu 100 Prozent:

"Oh Mary, der König hat mich gefickt!"
"Schön für dich, mich auch!"
"Ich hatte eine Totgeburt"
"Tut mir leid. Jetzt wird mein Bastard wohl der Thronerbe."
"Pah! Ich bin jetzt übrigens die Königin von England."
"Du Fotze! Du hast mich hintergangen!"
"Es war nur zu deinem Besten!"
"Ich habe gehört, du fickst mit unserem Bruder, Schwesterherz. Schäm dich!"
"Das ist eine LÜGE!"
"Nein ich bin unschuldig!"
"Träum weiter. Okay, ich frage den König ob er dir vergibt. Dann wird alles gut und wir können wieder um die Wette lustige Motive in Teppiche sticken."
"Mary, Eure Schwester ist eine dreckige Hure!"

*KOPF AB*

*ABSPANN*

Intrigen, Geficke (züchtig, weil FSK 12), und Eric Bana als fehlbesetzter Heinrich VIII.

Ach, es klingt schlimmer als es ist! Ehrlich! Die Story ist überzogen, von historischer Korrektheit ganz zu schweigen.

Aber was sagt das schon? Ein Film ist kein Geschichtsbuch. Ein Film funktioniert, in dem er dem unbedarften Zuschauer weiss macht, GENAUSO SO wäre es im wahren Leben geschehen.

Gott, und was haben die (weiblichen) Zuschauer für Mitleid mit diesen vom Schicksal (und dem Pimmel des Königs) arg gebeutelten Weibsbildern! Auf einer emotionalen Ebene liefert der Film ganze Arbeit. Man bedauert, mehr oder weniger. Was nehmen die Mädels doch alles auf sich, um dem Wunsch ihrer skrupellosen Familie nach mehr Macht zu entsprechen?

Geliefert wird Drama ohne Ende. Ein Kampf zwischen Schwestern um das Bett des Königs. Wer als erste einen männlichen Säugling aus ihrem Körper presst, hat gewonnen. Wird Königin und lebt zufrieden und mächtig bis an ihr Lebensende. Bis ihr schöner Nacken zufällig die Bekanntschaft eines scharfen Schwertes macht.

Frauen waren damals Spielbälle und Muschis für einflussreiche, selbstverliebte Männer. Alle Kerle waren böse und schwanzgesteuert. Beziehungsweise, entsprachen einfach nur ihrer Natur.

Leider verpasst es dieser Film, die Thematik storytechnisch ansprechend rüber zu bringen. Wie das im Buch gehandhabt wurde, kann ich nicht beurteilen, da ich selbiges nie gelesen habe und auch nicht lesen werde.

Oberflächlichkeit überwiegt. Wie oben bereits erwähnt, stimmen die Schauwerte. Verpackt in wunderschöne Bilder, untermalt von ebenso wunderschöner Musik hüpfen die wunderschönen Darsteller, verpackt in wunderschöne Kostüme durch wunderschöne Kulissen. Gejagt von einem weniger schönen Drehbuch und häßlichen Dialogen.

Sowas nennt man auch Edel-Trash.

Scarlett und Natalie bemühen sich sehr um ihre eindimensionalen Charaktere. Sie geben ihr Bestes und überzeugen auch halbwegs in diesem Kitsch. Man merkt, dass sie an irgendeinem Punkt einen großen Glauben in diesen Film gesetzt haben.

Scarlett und Natalie sind dann, neben dem Produktionsaufwand, auch das Highlight von "Die Schwester der Königin."

Sehr viel sollte man nicht erwarten. Der Film unterhält, hat dieses Ziel schon mal erfüllt.

Aber er wird wohl aufgrund seiner Kritikpunkte in Erinnerung bleiben, und weniger als wertvoller Beitrag zur englischen Geschichte.

Frauen werden sagen "Oh wie schön!" während Männer den Film eher auf die Größe des Dekollté von Scarlett und Natalie reduzieren werden.